Inhalt

Diese Story ist nur eine genehmigte Übersetzung.

Jemand hat der Familie Cullen eine geheimnisvolle Box hinterlassen, in der sich vier Bücher befinden. Twilight, New Moon, Eclipse und Breaking Dawn. Sie beginnen diese Bücher zu lesen und erkennen schnell, dass es sich dabei um ihre eigene Zukunft handelt.

Monday, January 4, 2010

Zweites Kapitel – Auf den ersten Blick

Auf den ersten Blick“, las Alice.

Meine Mutter fuhr mich mit heruntergelassenen Scheiben zum Flughafen. Es war warm in Phoenix, 24 Grad, und über uns spannte sich ein makellos blauer, wolkenloser Himmel.

„Wahrscheinlich der letzte Ort an dem man jemanden von uns antreffen würde.“, stellte Emmett fest. „Zumindest tagsüber.“

Ich hatte meine Lieblingsbluse an, ärmellos, mit weißer Lochspitze -

„Für Forks ist das aber nicht warm genug.“, sagte Esme, die sich wie immer um jeden sorgte.

Es war eine Art Abschiedsgeste. Mein Handgepäck bestand aus einem Parka.

„Das ist schon besser.“, sagte Esme.

„Ugh,“, machte Alice darauf und sah nicht sehr begeistert aus. „Ein Parka.“

Auf der Halbinsel Olympic im Nordwesten von Washington State liegt unter einer selten aufreißenden Wolkendecke eine bedeutungslose, kleine Stadt Namens Forks.

„Die perfekten Umstände, um sich dort mit seiner Familie niederzulassen.“ Emmett grinste. „Okay, vielleicht für Familien wie uns.“

In ihr regnet es mehr als in jedem anderen Ort der vereinigten Staaten von Amerika. Von dort – fort aus dem ewig trüben Dämmerlicht – floh meine Mutter mit mir, als ich gerade ein mal ein paar Monate alt war.

Dort hatte ich Jahr für Jahr einen Monat meiner Sommerferien verbringen müssen, bis ich vierzehn wurde – dann setzte ich mich endlich durch, und in den vergangenen drei Jahren machte Charlie, mein Vater

„Charlie? Denkt ihr, das ist Chief Swan?“, fragte Carlisle in die Runde.

„Das würde Sinn machen. Seine Tochter hat vor in ein paar Wochen hier her zu ziehen.“, antwortete Edward.

„Behalt sie im Auge.“, kicherte Emmett, der Edward immer damit neckte, dass dieser weder an Frauen, noch an Sex interessiert war.

„Sie ist das Hauptthema in der Stadt.“ Edward verdrehte die Augen und erwartete, dass Alice grinsen würde, doch sie tat es nicht.

stattdessen zwei Wochen Urlaub in Kalifornien mit mir.

Dorthin, nach Forks, ging ich jetzt ins Exil, und zwar mit Schrecken. Ich hasste Forks.

„Warum kommt sie nach Forks, wenn sie es doch hasst?“, murmelte Edward und schüttelte den Kopf.

„Vielleicht zwingt ihre Mutter sie.“, überlegte Jasper.

Und ich liebte Phoenix. Ich liebte die Sonne und die glühende Hitze. Ich liebte die betriebsame, schier endlos wuchernde Stadt.

„Bella,“ sagte meine Mom, bevor ich durch die Absperrung ging, zum hundertsten und letzten Mal - „Du musst nicht, wenn du nicht willst.“

„Jetzt bin ich ernsthaft verwirrt.“, sagte Edward, doch alle anderen im Raum zuckten nur mit ihren Schultern, waren nicht so verwundert wie Edward.

Meine Mom sieht genauso aus wie ich, nur mit kurzen Haaren und Lachfalten. Ich spürte, wie mich die Panik durchzuckte, als ich in ihre großen, kindlichen Augen schaute. Meine liebevolle, durchgeknallte, unberechenbare Mutter – wie konnte ich sie nur sich selbst überlassen?

„Ehm, ist nicht sie das Kind?“, sagte Emmett.

„Kinder erlangen oft eine elterliche Charaktereigenschaft, besonders, wenn die Eltern geschieden sind.“, erklärte Carlisle.

Klar, sie hatte jetzt Phil, also würden die Rechnungen wohl bezahlt werden, es würde was zu Essen im Kühlschrank sein und Benzin im Tank. Und es gab Jemanden, den sie anrufen konnte, wenn sie sich verirrte. Trotzdem...

„Ich will aber.“, beteuerte ich. Ich war immer eine miserable Lügnerin gewesen, doch diesen Satz hatte ich in letzter Zeit so häufig wiederholt, dass er mittlerweile beinahe überzeugend klang.

„Grüß Charlie von mir.“, sagte sie resignierend.

„Mache ich.“, antwortete ich.

„Wir sehen uns bald“, beteuerte sie. „Du kannst immer nach Hause kommen – ich bin hier, wenn du mich brauchst.“

Aber in ihren Augen konnte ich sehen, welches Opfer sie dieses Versprechen kostetete.

„Sie scheint ein sehr rücksichtsvolles Mädchen zu sein.“, sagte Esme lächelnd.

„Ja, sehr selbstlos für einen Menschen.“, ergänzte Edward.

„Mach dir keine Sorgen.“, sagte ich bestimmt. „Das wird super. Ich liebe dich, Mom.“

Sie hielt mich eine Weile fest umarmt, dann ging ich weg und sie war verschwunden.

Der Flug von Phoenix nach Seattle dauert vier Stunden, dann geht es noch mal eine Stunde mit einem kleinen Flugzeug hoch nach Port Angeles, und eine weitere Stunde mit dem Auto runter nach Forks.

Das Fliegen machte mir nichts aus, aber vor der Fahrt mit Charlie hatte ich ein bisschen Bammel.

„Aber es ist hier Vater.“, sagte Esme mit gerunzelter Stirn.

„So sieht sie es nun einmal. Ihre Beziehung muss angespannt sein.“, sagte Edward, und Alice lächelte darüber, wie Edward das Mädchen verteidigte.

„Abgesehen davon, stellt euch nur mal vor in einem Polizeiwagen fahren zu müssen.“ Rosalie schauderte bei dem Gedanken.

Charlie hatte ziemlich gut reagiert auf die ganze Geschichte. Er schien sich wirklich zu freuen, dass ich das erste Mal halbwegs langfristig bei ihm wohnen würde,

„Natürlich freut er sich. Er ist ihr Vater! Ich möchte mir gar nicht vorstellen, ohne euch zu..“

Carlisle nahm Esme schnell in seine Arme, als sie den Satz nicht beendete. Ihrem Blick sah man an, dass ihr der Gedanke wehtat und dass sie an traurigere Zeiten dachte.

hatte mich schon in der Schule angemeldet und wollte mir dabei behilflich sein, ein Auto zu finden.

Das Problem war, dass es nicht viel gab, worüber wir reden konnten; wir waren beide keine großen Plaudertaschen.

Ich wusste, dass ihn meine Entscheidung enorm verwirrte – wie meine Mutter hatte ich nie einen Hehl aus meiner Abneigung gegenüber Forks gemacht.

Bei der Landung in Port Angeles regnete es. Ich nahm es nicht als schlechtes Omen, sondern schlicht als unvermeidlich.

„Hmm, ein sensibler Gedanke..“, sagte Carlsile; er verstand sich mit jedem gut, der vernünftig war. Eigentlich verstand er sich mit jedem gut. Ernsthaft.

Von der Sonne hatte ich mich bereits verabschiedet.

Charlie kam mich mit dem Streifenwagen abholen.

„Okay, das ist jetzt unheimlich.“, sagte Emmett. „Es beginnt so zu klingen, als wäre es real.“

„Ich habe so das Gefühl, dass es das auch ist.“ Alice lächelte. „Und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle dort ebenfalls bald vorkommen werden.“ Sie warf einen Blick auf Edward und kicherte.

Auf Grund des Blickes, den sie ihm zuwarf, schluckte Edward hörbar. Und Esmes Blick nach zu schließen, die ihn mit einer Mischung aus Hoffnung und Verwunderung musterte, hätte er ahnen können, wo das alles hinführen würde.

Auch damit hatte ich gerechnet. Die braven Bürger von Forks kennen Charlie nämlich als Chief Swan, de örtlichen Hüter des Gesetzes.

Deswegen wollte ich unbedingt mein eigenes Auto, obwohl ich knapp bei Kasse war: Ich hatte keine Lust in einem Wagen mit roten und blauen Lichtern auf dem Dach durch die Straße chauffiert zu werden.

Nichts hält den Verkehr so sehr auf, wie ein Polizist.

„Niemand würde ihr das vorwerfen.“, sagte Rosalie..

„Das ist wahr.“, stimmte Edward zu. „Deswegen gehe ich denen aus dem Weg.“ Er kicherte, obwohl er Angst hatte, wohin das Ganze führen sollte.

Ich stolperte aus dem Flugzeug , und Charlie drückte mich unbeholfen mit einem Arm an sich.

„Schön dich zu sehen, Bells.“, sagte er lächelnd, während er mich mit einer automatischen Bewegung auffing und stützte.


„Was meint sie damit – er fing sie auf?“, murmelte Esme. „Sie scheint mir nicht der Typ Mensch zu sein, der seinem Vater in die Arme läuft.“

Die anderen zuckten nur mit den Schultern, denn sie hatten ebenfalls keine Antwort.

„Du hast dich kaum verändert. Wie geht’s René?“

„Mom geht’s gut. Ich freue mich auch, dich zu sehen, Dad.“ Er wollte nicht, dass ich ihn Charlie nenne.

„Es ist unhöflich das zu sagen.“, brummte Esme. „Kinder heutzutage..“

„Aber sie respektiert ihn.“, setzte Edward sich für sie ein.

„Das ist wahr.“, Esme lächelte, was aber mehr damit zutun hatte, dass er das Mädchen verteidigt hatte, als mit irgendwas anderem.

Ich hatte nur ein Paar Taschen dabei.

„Hmpf.“, machte Alice.

„Alice, auch du gehst nirgends mit mehr als einer Tasche hin.“, sagte Jasper.

„Natürlich..“, sagte Alice, denn sie wusste, dass er es nie verstehen würde. Sie nahm nur immer nur eine Tasche mit, weil sie den Rest dort, wo immer sie war, neu kaufte. Dieses Mädchen im Buch hatte diese Möglichkeit nicht.

Die meisten meiner Arizona-Klamotten waren untauglich für Washington – nicht wasserfest.

Mom und ich hatten unser Geld zusammengelegt, um meine Wintergarderobe aufzustocken, aber sie war trotzdem noch dürftig.

Es passte alles problemlos in den Kofferraum des Streifenwagens.

Alice verdrehte die Augen wieder, doch der Grund des Mädchens war akzeptabel – ein wenig zumindest.

„Ich habe ein gutes Auto für dich bekommen, ganz billig.“, verkündete er, als wir angeschnallt waren.

„Was denn für eins?“ Ich war misstrauisch, weil er 'ein gutes Auto für dich' gesagt hatte, anstatt nur 'ein gutes Auto'.

„Sie ist scharfsinnig.“, stellte Carlisle nachdenklich fest.

„Genauer gesagt einen Transporter – einen Chevy“

„Woher hast du den?“

„Erinnerst du dich noch an Billy Black aus La Push?“


Alle sahen bei dem Gedanken missbilligt aus. Nur Carlisle verdrehte die Augen und wünschte sich, seine Familie würde endlich ihre Abneigungen gegen die animalischen Quileute ablegen.

La Push ist das winzige Indianerreservat an der Küste.

„Nein.“

„Er war im Sommer immer mit uns angeln.“, versuchte mir Charlie auf die Sprünge zu helfen.

Das würde erklären, warum ich mich nicht an ihn erinnerte. Wenn es darum geht, schmerzhafte Erinnerungen aus meinem Gedächtnis zu streichen, bin ich echt gut.

Emmett lachte laut. „Ich werde dieses neue Mädchen wirklich mögen.“

“Er sitzt jetzt im Rollstuhl.“, fuhr Charlie fort, als ich nicht reagierte. „Er kann nicht mehr Auto fahren, also hat er mir ein gutes Angebot gemacht.

„Welches Baujahr?“ Seinem Gesicht nach zu urteilen, war das die Frage, von der er gehofft hatte, ich würde sie nicht stellen.

„Billy hat ne Menge am Motor rumgebastelt – er ist eigentlich nur ein paar Jahre alt.“

„Er weicht der Frage aus.“, stellte Jasper lachend fest.

„Ich glaube nicht, dass das Mädchen ihn jetzt damit in Ruhe lassen wird.“ Edward lachte ebenfalls. „Sie erscheint mir zu aufmerksam.“

Er glaubte doch wohl nicht, dass ich so schnell aufgab.

„Hm.. und hartnäckig auch noch.“, sagte Edward nachdenklich.

„Wann hat er ihn denn gekauft?“

„Gekauft hat er ihn, glaub ich, 1984.“

„Das ist nicht ZU alt.“, sagte Emmett.

„Es ist alt genug.“, sagte Rosalie und zog ein langes Gesicht. „Sie hätte den Polizeiwagen nehmen sollen.“

„Er hat gesagt 'gekauft'.“, erklärte Carlisle mit einem Grinsen. „Ich wette er ist sogar noch älter.“
„Neu?“

„Das nicht. Neu war er Anfang der sechziger, würde ich sagen, oder frühestens in den späten fünfzigern.“, gab er verlegen zu.

"Aber Dad, ich habe nicht die geringste Ahnung von Autos. Wenn was kaputt geht, ich krieg das nie wieder hin – und eine Reparatur kann ich mir nicht leisten...“

„Du könntest es reparieren, Baby.“, schlug Emmett vor.

„Ugh.“, sagte Rosalie. „Ich werde das Ding niemals anfassen.“

“Ehrlich Bella, das Ding läuft wie geschmiert. Sowas wird heute gar nicht mehr gebaut.“

Das Ding. Das ist doch was, dachte ich mir. Einen Namen hatte es schon mal.

„Was verstehst du denn unter billig?“ Um mal zu dem Punkt zu kommen, bei dem ich keine Kompromisse machen konnte.

„Also.. eigentlich habe ich ihn dir schon gekauft. Als Begrüßungsgeschenk.“ Charlie warf mir einen hoffnungsvollen Seitenblick zu.

„Das ist aber nett von ihm.“ Esme strahlte.

Wow. Umsonst.

„Dad, das war doch nicht nötig. Ich hätte mir doch selber ein Auto gekauft.“

„Ist schon okay. Ich will, dass du hier glücklich bist. Sein Blick war nach Vorn auf die Straße gerichtet, als er das sagte.

Charlie fiel es nicht leicht, seine Gefühle in Worte zu fassen. Und weil ich das von ihm hatte, schaute ich ebenfalls nach Vorn, als ich ihm antwortete.

„Interessante Familie.“, sagte Emmett lachend.

„Das ist echt lieb von dir, Dad. Danke, ich freue mich wirklich.“ Ich musste ihm ja nicht verraten, dass ich unmöglich in Forks glücklich sein konnte.

„Eine sehr, sehr selbstlose Person.“, sagte Edward voller Bewunderung.

Und einem geschenkten Transporter schaut man nicht ins Maul – oder unter die Motorhaube.

„Ach was, keine Ursache..“, murmelte er verschämt.

Wir wechselten noch ein Paar Sätze über das Regenwetter, und das war's dann. Schweigend blickten wir nach Draußen.

Es war tatsächlich schön hier, gar keine Frage. So grün alles: Die Bäume, deren Stämme mit Moos überwachsen waren und deren Äste und Blätter ein Dach bildeten.

Der Boden war von Farnen bedeckt, und selbst das Licht, das durch das Laub fiel, war grünlich.

Es war zu grün. Ein fremder Plantet.

„Ähm.. Grün ist eine durchaus normale Farbe auf unserem Planeten.“, sagte Emmett verwirrt.

„Du redest mit einem Buch, Em.“ Alice kicherte.

„Bedenkt, dass sie aus Phoenix kommt. Dort ist grün nicht gerade im Überfluss.“, stellte Carlisle klar..

Dann waren wir endlich bei Charlie. Er wohnte noch immer in dem kleinen Haus mit den drei Zimmern plus Küche, das er und meine Mutter am Anfang ihrer Ehe gekauft hatten. Mehr als den Anfang hatte es nicht gegeben in ihrer Ehe. Und dort, an der Straße vor dem immergleichen Haus, stand mein neuer - na ja, neu für mich - Transporter. Sein roter Lack war ausgeblichen, er hatte große, abgerundete Kotflügel und ein knollenförmiges Fahrerhaus.

„Ugh.“, machte Rosalie.

Zu meiner großen Überraschung fand ich ihn super.

„Dieses Mädchen ist wahnsinnig.“ Rosalie schauderte wieder.

Ich wusste zwar nicht, ob er fahrtüchtig war, aber ich fand, er passte zu mir. Außerdem war das eines dieser robusten, eisernen Vehikel, die praktisch unzerstörbar sind und Unfälle immer ohne jeden Kratzer überstehen, während ringsumher die Einzelteile irgendeines ausländischen Fabrikats verstreut liegen.

»Wow, Dad, der ist ja großartig! Danke!« Der schreckliche nächste Tag erschien mir auf einmal sehr viel weniger furchteinflößend. Zumindest stand ich nicht vor der Entscheidung, entweder zwei Stunden durch den Regen zu laufen oder im Streifenwagen des Polizeichefs bei der Schule vorzufahren.

„Hm.. ich würde den Streifenwagen vorziehen.“, sagte Rosalie.

»Freut mich, dass er dir gefällt«, grummelte Charlie, dem so viel Begeisterung schon wieder peinlich war.

Wir mussten nur einmal laufen, um mein ganzes Zeug nach oben zu bringen. Ich bekam das vordere Zimmer, das schon immer meins gewesen war.

Der Dielenboden, die hellblauen Wände, die schräge Decke, die vergilbten Spitzengardinen an den Fenstern - das alles war Teil meiner Kindheit. Charlie hatte seit meiner Geburt genau zwei Veränderungen vorgenommen: Er hatte die Babykrippe gegen ein Bett ausgewechselt und, als ich etwas älter war, einen Schreibtisch angeschafft. Auf dem stand jetzt ein gebrauchter Computer, und über den Boden verlief ein festgetackertes Modemkabel zur nächsten Telefonbuchse. Das war eine Bedingung meiner Mutter gewesen, damit wir in Verbindung bleiben konnten. Selbst der alte Schaukelstuhl stand noch in der Ecke.

Es gab nur ein kleines Badezimmer im Haus, oben neben der Treppe, das würde ich mir mit Charlie teilen müssen. Ich versuchte, nicht zu intensiv darüber nachzudenken.

Eine von Charlies besten Eigenschaften ist, dass er einen in Ruhe lassen kann.

„Wahrscheinlich weiß er nichts anderes zutun und kommt sich hilfos vor.“, sagte Jasper.

Er zog sich zurück, damit ich ankommen und auspacken konnte, was bei meiner Mutter absolut undenkbar gewesen wäre. Es tat gut, allein zu sein, nicht lächeln und ein zufriedenes Gesicht machen zu müssen, sondern einfach nur deprimiert in den strömenden Regen da draußen zu schauen und ein paar Tränen zu verdrücken.

„Das arme Mädchen.“, sagte Esme mitfühlend.

Um richtig zu weinen, war ich nicht in Stimmung. Das hob ich mir besser für später auf, fürs Einschlafen, wenn die Gedanken an den nächsten Tag kommen würden.

Forks High School hatte die beängstigende Gesamtzahl von 357 Schülern - mit mir 358; zu Hause waren wir allein in meinem Jahrgang mehr als 700 gewesen. Alle hier waren zusammen aufgewachsen, schon ihre Großeltern kannten sich aus dem Sandkasten.

„Ja, es ist schwerer sich einzufinden, wenn man in eine Kleinstadt zieht.“, murmelte Esme. „Ich hoffe sie findet ein paar freunde.“

„Danach beurteilend, wie die Leute schon jetzt über sie sprechen, wird sie nicht lange allein sein.“, sagte Edward. „Ich bin mir nur nicht sicher, ob sie die Aufmerksamkeit mögen wird. Sie scheint mir schüchtern zu sein.“

Ich würde die Neue aus der großen Stadt sein, eine wandelnde Kuriosität, ein Freak.

Wenn ich wenigstens wirklich so aussehen würde wie ein Mädchen aus Phoenix, dann könnte ich daraus vielleicht Profit schlagen.

Aber rein äußerlich würde ich nie irgendwo reinpassen. Eigentlich sollte ich sonnengebräunt, sportlich und blond.sein - eine Volleyballspielerin oder ein Cheerleader, wie sich das gehört für eine Bewohnerin des »Valley of the Sun«.

„Überall gibt es verschiedenste Menschen. Sie sollte sich darüber keine Sorgen machen.“, sagte Edward missbilligt.

Stattdessen hatte ich elfenbeinfarbene Haut und noch nicht mal die Ausrede blauer Augen oder roter Haare. Ich war schon immer schlank, aber nie muskulös gewesen, eher irgendwie weich - niemand würde mich für eine Athletin halten. Ich war rein motorisch einfach nicht in der Lage, Sport zu treiben, ohne mich zu demütigen und sowohl mich als auch sämtliche Umstehende zu gefährden.

„Ich hoffe sie hat mit mir zusammen Sport.“, gröhlte Emmett.

Als ich meine Sachen im alten Kleiderschrank aus Kiefernholz verstaut hatte, nahm ich Zahnpasta, Shampoo und was ich sonst noch so brauchte, und ging ins Bad, um den Reisetag von meinem Körper zu waschen.

Während ich meine strubbeligen feuchten Haare durchbürstete, betrachtete ich mein Gesicht im Spiegel. Vielleicht lag es am Licht, aber ich sah schon jetzt käsig aus, ungesund. Meine Haut war sehr rein und beinahe durchsichtig - mit ein bisschen Farbe konnte sie durchaus hübsch aussehen.

Hier in Forks hatte sie keine.

Ich betrachtete mein blasses Spiegelbild und musste mir eingestehen, dass ich mir etwas vormachte. Nicht nur äußerlich würde ich nie irgendwo reinpassen. Und wenn es mir nicht gelungen war, in einer Schule mit 3000 Leuten meine Nische zu finden, wie standen dann wohl meine Chancen hier?

„Das arme Mädchen hatte nie wirklich Freunde.“, seufzte Esme, die sich schon wieder sorgte.

Ich kam nicht gut klar mit Leuten meines Alters. Und vielleicht kam ich in Wahrheit mit Leuten generell nicht gut klar.

„Vielleicht kommt sie mit Vampiren gut klar!“, stieß Emmett lachend hervor. Jeder im Raum, abgesehen von Alice, erschrak bei der Vorstellung.

Sie wäre für alle, auch für das Mädchen, sehr gefählrich.

Selbst mit meiner Mutter, der ich mich näher fühlte als irgendwem sonst auf diesem Planeten, war das so - es war, als würden wir im selben Buch lesen, aber immer gerade auf verschiedenen Seiten.

Edward runzelte die Stirn, denn ihm fiel an diesem Mädchen nichts kurioses auf.

Manchmal fragte ich mich, ob ich mit meinen Augen dieselben Dinge sah wie der Rest der Welt. Möglicherweise funktionierte ja mein Gehirn nicht richtig. Aber die Ursache war egal - alles, was zählte, war die Wirkung. Und der nächste Tag war erst der Anfang.

Ich schlief nicht gut in dieser Nacht
,

„Sie schläft besser als wir alle zusammen.“ Emmett kicherte.

selbst nicht nachdem ich ausgiebig geweint hatte. Das unaufhörliche Rauschen des Regens und des Windes auf dem Dach wollte einfach nicht zum Hintergrundgeräusch verklingen. Ich zog mir die verschlissene alte Bettdecke über den Kopf, und später noch das Kissen, trotzdem schlief ich erst nach Mitternacht ein, als der Regen endlich nachließ und zu einem leisen Tröpfeln wurde.

„Sie sollte sich besser daran gewöhnen.“, sagte Emmett. „Es regnet immer hier.“

Als ich am Morgen aus dem Fenster schaute, sah ich nichts als dichten Nebel. Nie konnte man hier den Himmel sehen, es war wie in einem Käfig.

Das Frühstück mit Charlie verlief still. Er wünschte mir viel Glück in der Schule. Ich bedankte mich, aber ich wusste, dass er vergeblich hoffte - das Glück machte normalerweise einen Bogen um mich. Charlie fuhr los zum Polizeirevier, das ihm Frau und Familie ersetzte; mir blieb noch etwas Zeit. Nachdem er weg war, saß ich auf einem der drei bunt zusammengewürfelten Stühle an dem alten, quadratischen Eichentisch und betrachtete die kleine Küche: die dunkel getäfelten Wände, die leuchtend gelben Schränke, das weiße Linoleum. Alles war wie immer.

„Wahrscheinlich ändert Charlie diese Dinge nicht. Obwohl er wahrscheinlich auch nicht sonderlich oft zu Hause ist.“, sagte Edward.

Die Schränke hatte meine Mutter vor achtzehn Jahren gestrichen, um etwas Sonne ins Haus zu bringen. Nebenan, im winzigen Wohnzimmer, hingen ein paar Bilder über dem kleinen Kamin. Ein Hochzeitsfoto von Charlie und meiner Mom, aufgenommen in Las Vegas, daneben eines von uns dreien im Krankenhaus, nach meiner Geburt, und schließlich, in einer Reihe, meine Schulfotos bis zu diesem Jahr. Die waren mir peinlich vielleicht ließ sich Charlie ja überzeugen, sie abzuhängen, zumindest solange ich hier war.

Hier im Haus war es unmöglich zu übersehen, dass Charlie die Trennung von meiner Mutter nie verwunden hatte. Der Gedanke bereitete mir Unbehagen.


„Ich wette, das wäre anders.“, sagte Jasper. „Besonders, wenn man bedenkt, dass ihre Mutter neu geheiratet hat.

Ich wollte nicht zu früh in der Schule sein, aber hier drinnen hielt ich es auch nicht länger aus. Ich zog mir meine Jacke über.

„Bestimmt eine hässliche Jacke.“, murmelte Alice.

Noch immer nieselte es nur, also blieb ich verhältnismäßig trocken, als ich vor der Tür den Schlüssel aus seinem gewohnten Versteck unter dem Dachvorsprung nahm und abschloß. Das platschende Geräusch meiner neuen wasserfesten Stiefel war irritierend - ich vermisste das vertraute Knirschen von Kies unter meinen Sohlen. Ich hätte ja liebend gern ein bisschen meinen neuen Transporter bewundert,

„Warum zur Hölle sollte sie das tun wollen?“, sagte Rosalie ungläubig. Dieses Mal stimmten alle zu, dass das Mädchen sich seltsam verhielt.

aber ich wollte raus aus der nebligen Nässe, die meinen Kopf umschwirrte und sich unter der Kapuze auf meine Haare legte.

Im Fahrerhaus war es gemütlich und trocken. Irgendjemand, Billy oder Charlie, hatte hier drinnen sauber gemacht, doch die hellbraunen Sitzpolster rochen immer noch leicht nach Tabak, Benzin und Pfefferminze.

Zu meiner Erleichterung sprang der Motor gleich an, allerdings mit ohrenbetäubender Lautstärke. Er heulte auf und behielt den Lärmpegel selbst im Leerlauf bei. Aber irgendeine Macke musste ein Auto dieses Alters ja haben. Dafür funktionierte überraschenderweise das prähistorische Radio.


„Das ist wirklich überraschend.“, sagte Emmett spöttisch.

Ich kannte zwar den Weg nicht, hatte aber keine Probleme, die Schule zu finden. Sie war, wie fast alles in dieser Stadt, nur einen Steinwurf vom Highway entfernt. Sie sah überhaupt nicht aus wie eine Schule, sondern wie eine Ansammlung identischer Bauten aus rotbraunen Ziegeln; ich hielt nur an, weil ich das Schild sah: Forks High School. Es standen so viele Bäume da, dass ich zuerst gar nicht bemerkte, wie groß das Gelände war. Wo war bloß das vertraute Anstaltsgefühl?, dachte ich nostalgisch. Wo waren der Maschendrahtzaun und die Metalldetektoren?

„Warum will sie diese Dinge?“ Emmett schnaubte und lachte.

Ich parkte gleich vor dem ersten Gebäude, an dem ein kleines Schild mit der Aufschrift »Verwaltung« angebracht war. Außer mir parkte hier niemand, wahrscheinlich war es untersagt; aber bevor ich wie ein Idiot Runde um Runde im Regen drehte, erkundigte ich mich lieber. Widerwillig kletterte ich aus dem mollig warmen Fahrerhaus und ging auf einem schmalen gepflasterten Weg, der von dunklen Hecken gesäumt war, zum Eingang. Dann holte ich tief Luft und öffnete die Tür.

Drinnen war es hell erleuchtet und wärmer, als ich gehofft hatte. Das Sekretariat war klein; es gab einen winzigen Wartebereich mit gepolsterten Klappstühlen, der Boden war mit orangefarben gesprenkelter Büro- Auslegeware bedeckt, an den Wänden hingen Mitteilungen, Auszeichnungen und eine laut tickende Uhr. Und als wäre es draußen noch nicht grün genug, standen überall große Plastiktöpfe mit Zimmerpflanzen. Mitten durch den Raum ging ein langer Empfangstresen, der mit Formularablagen zugestellt war; an seiner Vorderseite klebten lauter bunte Infozettel. Hinter dem Empfangstresen standen drei Schreibtische, und an einem saß eine große, rothaarige Frau mit Brille. Sie trug ein lilafarbenes T-Shirt, bei dessen Anblick ich mir sofort overdressed vorkam.

Die Rothaarige blickte auf. »Kann ich dir helfen?«

»Ich bin Isabella Swan«, teilte ich ihr mit und sah ihrem Blick an, dass sie sofort Bescheid wusste. Mit Sicherheit hatten sie hier schon gespannt gewartet und sich die Mäuler zerrissen.

„Und wie.“, sagte Edward kichernd.

Die Tochter der flatterhaften Exfrau vom Polizeichef. Wieder zu Hause, nach so langer Zeit.

„Hm, das denken tatsächlich viele... zumindest die volljährigen.“, sagte Edward.

»Ja, richtig«, sagte sie und kramte in einem wackligen Stapel Unterlagen herum, bis sie gefunden hatte, wonach sie suchte. »Voilä - hier haben wir deinen Stundenplan, und hier ist eine Übersichtskarte des Schulgeländes.« Sie kam mit mehreren Blättern Papier zum Empfangstresen.

Sie ging mit mir meinen Stundenplan durch, zeichnete auf der Karte die kürzesten Wege zwischen den verschiedenen Räumen nach und gab mir einen Zettel, den ich von allen Lehrern unterschreiben lassen und am Ende des Unterrichts wieder bei ihr abgeben sollte. Dann lächelte sie und sagte, sie hoffte, es würde mir in Forks gefallen. Genau wie Charlie. Ich erwiderte ihr Lächeln so überzeugend wie möglich.

Als ich zurück zu meinem Transporter ging, trudelten so langsam die anderen Schüler ein. Ich fuhr um die Gebäude herum, immer ihren Autos nach. Ich war froh, dass die meisten ältere Baujahre waren, so wie meins, nichts Schickes. Zu Hause hatte ich in einem der wenigen einkommensschwachen Viertel des Paradise Valley District gewohnt; dort war ein fabrikneuer Mercedes oder Porsche auf dem Schülerparkplatz ganz normal.

„Und wenn schon.“, sagte Rosalie und verzog beim Gedanken an den Transporter das Gesicht.

Hier war das schönste Auto ein blitzender Volvo, und der stach so richtig heraus.

„Und das ist das billigste Auto, was wir haben.“, sagte Edward. Er liebte seinen Volvo fast so sehr wie seinen Aston Martin.

Um nicht gleich alle Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen, stellte ich den donnernden Motor ab, sobald ich eingeparkt hatte.

Ich schaute mir noch einmal die Karte an und versuchte sie mir einzuprägen - ich hatte keine Lust, den ganzen Tag mit einem Stück Papier vorm Gesicht herumzulaufen. Dann stopfte ich alles in meine Tasche, warf mir den Trageriemen über die Schulter und atmete tief ein. Ich schaff das, redete ich mir ohne große Überzeugung ein.

„Dich zu belügen bringt nichts., sagte Jasper. „Und es mit so wenig Überzeugung zu tun erst recht nicht.“

Es würde mich schon niemand beißen.

Alle kicherten los.

„Wir tun unser bestes.“, lachte Emmett.

Schließlich stieg ich aus.

Ich verbarg mein Gesicht unter der Kapuze und mischte mich unter die übrigen Schüler. In meiner schlichten schwarzen Jacke fiel ich nicht auf, wie ich erleichtert feststellte.

Nachdem ich an der Cafeteria vorbei war, war Haus drei nicht zu verfehlen: Auf ein weißes Quadrat am östlichen Rand des Gebäudes war eine große schwarze 3 gepinselt.

„Es ist sehr schwierig in Forks verloren zu gehen.“, sagte Emmett und verdrehte die Augen. Das Blitzen in seinen Augen zeigt, dass ihn allein die Vorstellung, dass dieses Mädchen sich deswegen sorgte, amüsierte.

Je näher ich dem Eingang kam, desto hektischer ging mein Atem. Ich versuchte die Luft anzuhalten und betrat hinter zwei Unisex-Regenjacken das Gebäude.

Das Klassenzimmer war klein. Die beiden vor mir hängten ihre Jacken an eine lange Reihe von Kleiderhaken gleich neben der Tür. Ich hängte meine daneben. Es waren zwei Mädchen; die eine hatte porzellanfarbene Haut und blonde Haare, die andere war ein gleichfalls blasser Typ mit hellbraunen Haaren. Wenigstens mein Teint würde hier nicht herausstechen.

„Wir finden das auch sehr praktisch, aber wir sind leider etwas ZU blass.“, sagte Carlisle.

Ich ging mit meinem Laufzettel zum Lehrer, einem großen, nahezu kahlköpfigen Mann, dessen Namensschild ihn als Mr. Mason auswies. Er sah meinen Namen und glotzte mich an keine besonders ermutigende Reaktion. Natürlich lief ich puterrot an. Aber wenigstens schickte er mich zu einem freien Tisch in der letzten Reihe, ohne mich der Klasse vorzustellen. Der Platz ganz hinten erschwerte es meinen neuen Mitschülern, mich anzustarren, aber irgendwie schafften sie es trotzdem.

„Alles, um in der Stadt nicht aufzufallen.“, sagte Edward.

„Und das Mädchen hat nicht mal diese Vampir Auffälligkeiten, die wir haben.“, ergänze Jasper seufzend. „Es wird Tage, vielleicht Wochen dauern, bis sie ihr Interesse an ihr verlieren.

Jasper war noch nie Jemand gewesen, der gerne in der Öffentlichkeit stand, weshalb er das Mädchen gut verstehen konnte.

Ich hob meinen Blick nicht von der Leseliste, die der Lehrer mir gegeben hatte. Ziemlich elementare Sachen: Bronte, Shakespeare, Chaucer, Faulkner. Hatte ich alles schon gelesen, was beruhigend war ... und langweilig.

„Langweilig.“, stöhnten alle Vampire. Sie waren so oft zur Schule gegangen, dass sie es auswendig wussten.

Ich überlegte, ob Mom sich wohl einverstanden erklären würde, mir den Ordner mit meinen alten Essays zu schicken - oder würde sie das für Betrug halten?

„Wenn es das ist, betrüge ich dauernd.“, kicherte Emmett.

„Warum verwendet ihr immer dasselbe? Es dauert nur zwei Minuten länger, es neu zu schreiben.“, fragte Edward.

„Ich spreche von Leuten, die nicht so viel Zeit haben wie du.“ Emmett hob die Augenbrauen und sein Grinsen wurde breiter, als Edward knurrte. Er hörte, was Emmett meinte.

Ich diskutierte in Gedanken verschiedene Streitpunkte mit ihr durch, während der Lehrer vorne weiterschwafelte.

Als es klingelte - es war eher eine Art nasales Surren -, lehnte sich ein schlaksiger Junge mit Problemhaut und öligen Haaren über den Gang zu mir rüber.

„Eric Yorke.“, sagte Edward.

»Du bist Isabella Swan, oder?«, sprach er mich an. Dem Aussehen nach war er einer dieser übertrieben hilfsbereiten Jungs, die ihre Nachmittage im Schachklub verbrachten.

„Yep.“

»Bella«, berichtigte ich ihn. Alle im Radius von drei Tischen drehten sich in meine Richtung.

»Was hast du als Nächstes?«, fragte er. Ich musste in meiner Tasche nachsehen.

»Ah, Politik, bei Jefferson, Haus sechs.«

Egal, wohin ich schaute: neugierige Blicke.

»Ich muss zu Haus vier, ich könnte dir den Weg zeigen.« Ubertrieben hilfsbereit, ohne jede Frage.

„Sie ist sehr aufmerksam.“, sagte Jasper.

„Und lustig.“, gröhlte Emmett.

»Ich bin Eric«, fügte er hinzu.

Ich lächelte verkrampft. »Danke.«

Wir holten unsere Jacken und gingen raus in den Regen, der stärker geworden war. Ich hätte schwören können, dass ein paar Leute dicht genug hinter uns liefen, um mithören zu können. Hoffentlich werde ich nicht paranoid, dachte ich.

„Ich glaube nicht, dass sie so viel Glück hat.“, sagte Alice. „Leute können fies sein.“

„Als ob du nicht auch so wärst, wenn du sie nicht vom anderen Ende der Schule aus hören könntest.“, sagte Edward und Alice schlug nah ihm.

»Ein ganz schöner Unterschied zu Phoenix, was?«, fragte er.

»Ziemlich.«

»Dort regnet es eher selten, oder?«

»Drei- oder viermal im Jahr.«

„Das genaue Gegenteil von Forks.“, stellte Edward fest.

»Wow, wie das wohl ist?«, sinnierte er.

»Sonnig«, sagte ich ihm.

»Du bist nicht sonderlich braun.«

»Meine Mutter ist zur Hälfte Albino.«

Er musterte mich besorgt, und ich seufzte. Viele Wolken und ein Sinn für Humor vertrugen sich offenbar nicht so gut.

„Das war ja auch nicht witzig.“, sagte Emmett gedankenverloren. „Ihre Gedanken sind so viel lustiger. Jetzt verstehe ich endlich, was so toll daran ist, Gedanken lesen zu können, Eddy.“

„Es ist nicht immer lustig.“, sagte Edward kühl. „Es gibt genug Leute, die grausame Gedanken haben.

Ein paar Monate hier, dann würde ich vergessen haben, was Sarkasmus ist.

Wir gingen wieder an der Cafeteria vorbei, zu den Gebäuden auf dem südlichen Teil des Geländes, neben der Turnhalle. Eric brachte mich bis zur Tür, auch wenn sie nicht zu übersehen war.

„Als ob das irgendjemand von Eric wollen würde.“ Edward seufzte genervt.

„Benimm dich, Edward.“, sagte Esme streng.

„Tut mir Leid, Mom.“, sagte Edward, verwirrt von sich selbst. Alice betrachtete ihren Bruder, ohne sich etwas anmerken zu lassen. Weder in Gedanken, noch äußerlich.

»Viel Glück«, sagte er, als ich nach der Klinke griff. »Vielleicht haben wir ja noch andere Fächer zusammen.« Es klang hoffnungsvoll.

Ich lächelte unbestimmt und ging hinein.

Der Rest des Vormittags verlief auf dieselbe Weise. Mr. Varner, mein Mathelehrer, den ich allein schon seines Faches wegen gehasst hätte, war der Einzige, der mich dazu zwang, mich der Klasse vorzustellen.

„Er ist so ein Trottel.“, murmelte Emmett. Mr. Varner mochte keinen der Cullens.

Ich stammelte, lief rot an und stolperte auf dem Weg zu meinem Platz über meine eigenen Stiefel.

Von der dritten Stunde an erkannte ich in jedem neuen Kurs ein paar Gesichter wieder. Jedes Mal gab es einen, der mutiger war als die anderen, sich vorstellte und mich fragte, wie es mir in Forks gefiel. Ich versuchte diplomatisch zu sein, aber hauptsächich log ich.

„Erzähl ihm einfach es gäbe nichts zu Erzählen, und das du lieber überall wärst als hier.“ Emmett gluckste. „Warum sich beliebt machen?“

„Weil es dann einfacher ist, von anderen akzeptiert zu werden.“, sagte Edward kopfschüttelnd. „Du weißt, wie wichtig das Menschen ist.

„Vielleicht.“, brummte Emmett. „Ich dachte nur, sie hat etwas besseres verdient.“

Wenigstens kam ich ohne die Karte aus.

Ein Mädchen saß sowohl in Mathe als auch in Spanisch neben mir und begleitete mich in der Mittagspause zur Cafeteria. Sie war winzig, ein ganzes Stück kleiner als meine ein Meter sechzig,


„Hm, sie ist größer als ich.“, sagte Alice und rümpfte die Nase.

„Jeder ist größer als du.“, zeterte Emmett.

aber ihre wilden dunklen Locken machten unseren Größenunterschied fast wieder wett.

"Jessica Stanley,", sagte Edward und versuchte nicht zu genervt zu gucken. Er hasste es, ihre Gedanken zu hören, wenn sie in seiner Nähe war.

„Den Namen habe ich schon lange nicht gehört.“, stellte Esme fest.

„Sie ist keine gute Freundin von uns.“ Edward seufzte. „Sie ist ziemlich nervig.“

Ich hatte ihren Namen vergessen, also lächelte ich und nickte, während sie über Lehrer und Fächer schnatterte.

Ich versuchte erst gar nicht, mir alles zu merken. Wir setzten uns ans Ende eines vollbesetzten Tisches zu einigen ihrer Freunde. Sie stellten sich der Reihe nach vor, aber kaum, dass sie mir ihre Namen gesagt hatten, vergaß ich sie wieder. Eric, der Junge aus Englisch, winkte mir quer durch den Raum zu.

Und als ich dort saß und versuchte mich mit sieben neugierigen Fremden zu unterhalten, sah ich sie zum ersten Mal.

„Ah, da sind wir ja endlich.“, sagte Emmett aufgeregt.

Rosalie warf ihm einen kalten Blick zu und zum ersten Mal wandte sie sich dem Buch interessiert zu..

Sie saßen an einem Tisch in einer entfernten Ecke der Cafeteria, so weit weg von unserem Tisch, wie es in dem langen Raum möglich war. Sie waren zu fünft. Sie redeten nicht und sie aßen nicht, obwohl vor allen ein Tablett mit unberührtem Essen stand. Im Gegensatz zu den meisten anderen glotzten sie mich nicht an, so dass ich sie meinerseits betrachten konnte, ohne fürchten zu müssen, exzessiv interessierten Blicken zu begegnen. Doch all das war es nicht, was meine Aufmerksamkeit erregte - und fesselte.

„Oh nein! Dieses Mädchen erkennt sofort, dass wir anders sind.“, sagte Carlisle entsetzt.

„Das tut doch jeder..“, seufzte Emmett. Doch Carlisle wirkte nervös, wie dieses Mädchen auf seine Familie reagieren würde.

Sie sahen einander überhaupt nicht ähnlich. Von den drei Jungs war einer ausgesprochen kräftig - er hatte dunkle Locken und Muskeln wie ein aktiver Gewichtheber.

„Das bin ich!“, sagte Emmett.

„Darauf wär ich nie gekommen.“ Jasper schüttelte den Kopf.

Ein zweiter, mit blonden Haaren, war größer und schlanker, aber trotzdem noch muskulös.

„Das ist du, Jazz.“, sagte Emmett weiter, nur um seinen Bruder zu nerven. Es klappte.

Der dritte war schlaksig, weniger wuchtig; er hatte verwuschelte bronzefarbene Haare und

„Nicht zu fett wie wir.“, lachte Emmett. „Unser kleiner, schwächlicher Eddy.“

Edward verdrehte die Augen, sagte jedoch nichts dazu.

wirkte jungenhafter als die beiden anderen, die dem Aussehen nach durchaus Collegestudenten hätten sein können, oder sogar Lehrer.

„Nun, wir sind ja auch ein paar Jahre älter als du.“, sagte Jasper. „Aber ich würde dich nicht Jungenhaft nennen.“

„Jungenhafter als ihr.“, sagte Edward mit zusammengebissenen Zähnen.

Die Mädchen waren vom Typ her genau gegensätzlich. Die Größere der beiden war eine klassische Schönheit. Sie hatte eine Figur, wie man sie sonst nur auf dem Cover der Bademodenausgabe von Sports Illustrated sah - die Art von Figur, die dem Selbstbewußtsein jedes Mädchens, das sich zufällig im gleichen Raum aufhielt, einen Schlag versetzte. Ihre Haare waren goldblond und flossen in sanften Wellen bis zur Mitte ihres Rückens hinab.

„Na also, das nenn ich mal gute Beschreibung. Richtig, Baby?“ Emmett stieß Rosalie lachend an, die ihm zuzustimmen schien.

Das kleine Mädchen war elfenhaft, extrem dünn und hatte zarte Gesichtszüge. Ihre Haare waren tiefschwarz, kurz und standen in alle Richtungen ab.

„Hey, über mich sagst du garnichts.“, schniefte Alice, die extra eine Sekunde gewartet hatte.

„Nope.“, kicherte Emmett und wich ihrer Hand aus.

Und dennoch glichen sie einander wie ein Ei dem anderen. Sie waren allesamt kreidebleich - die blassesten Schüler dieser sonnenlosen Stadt. Sogar blasser als ich, das Albino-Mädchen.

„Endlich wieder ein lustiger Kommentar!“, lachte Emmett, der nicht sah, wie besorgt Carlisle und Edward schauten.

Trotz ihrer verschiedenen Haarfarben hatten sie alle sehr dunkle Augen.

„Sieht so aus, als wären wir durstig.“, kommentierte Emmett.

„Ich frage mich, wie lange wir schon durstig sind.“ Jasper warf einen Blick zur Seite. Er wollte schon lange testen, wie stark er war, hatte aber nie genug Mut.

Und darunter dunkle Schatten - violett, wie von einem Bluterguß. Sie sahen aus, als hätten sie samt und sonders eine schlaflose Nacht

„Vielleicht ein bisschen.“, grinste Emmett.

Carlisle, Jasper und Edward waren nun sehr besorgt darüber, wie viel sie wahrnahm.

oder einen noch nicht ganz verheilten Nasenbruch hinter sich. Obwohl ihre Nasen andererseits, wie alle ihre Gesichtszüge, gerade und perfekt geformt waren.

Aber auch das war nicht der Grund, warum ich meinen Blick nicht abwenden konnte.

„Na wegen unserer überirdischen Schönheit.“, sagte Edward schroff. Er hatte damit noch mehr Probleme, als die anderen, denn er bekam all das zu hören, was jeder über die Familie dachte.

Ich starrte sie an, weil ihre so verschiedenen und doch gleichen Gesichter umwerfend und überirdisch schön waren. Es waren Gesichter, die man normalerweise nur auf den Hochglanzseiten von Modemagazinen zu sehen erwartete. Oder auf den Gemälden alter Meister, als Engelsgesichter. Schwer zu sagen, wer am schönsten war - vielleicht das blonde Mädchen, vielleicht auch der Junge mit den bronzefarbenen Haaren.

„Sie denkt, du wärst schön.“, lachte Emmett und stieß Edward an. Rosalie tat beleidigt.

Alle schauten in verschiedene Richtungen, ohne jedoch, soweit ich das beurteilen konnte, irgendwas Bestimmtes ins Auge zu fassen. Während ich in ihren Anblick versunken war, erhob sich das kleinere Mädchen mit seinem Tablett - sein Getränk war ungeöffnet, sein Apfel unberührt -

„Sie merkt, dass du nichts gegessen hast.“, sagte Jasper angespannt. „Dass WIR nicht essen.“

und ging mit langen, schnellen und eleganten Schritten davon, als wäre die Cafeteria ein Laufsteg. Es waren die geschmeidigen Schritte einer Tänzerin. Ich folgte ihr mit den Augen, bis sie ihr Tablett abstellte und mit einer Geschwindigkeit zur Hintertür hinausglitt, die ich nicht für möglich gehalten hätte.

„Alice.“, sagte Rosalie streng.

„Was denn? Es ist noch nicht passiert..“, sagte Alice kleinlaut.

Mein Blick schnellte zurück zu ihren Tischgenossen, die so reglos dasaßen wie vorher.

»Wer sind denn die dort?«, fragte ich das Mädchen aus meinem Spanischkurs, dessen Namen ich vergessen hatte.

„Sie hat den Namen vergessen, vielleicht merkt sie doch nicht alles.“, sagte Carlisle hoffnungsvoll, doch seine Söhne sahen nicht überzeugt aus.

Obwohl sie es an meinem Tonfall wahrscheinlich schon gehört hatte, blickte sie auf, um zu sehen, wen ich meinte; im gleichen Moment schaute sie einer von ihnen plötzlich an - der Dünne, der Jungenhafte, der vielleicht Jüngste.

„Bei einer Sache muss ich widersprechen.“, sagte Edward. „Es ist nur eine Person hier älter als ich.“

„Warum hast du wohl aufgeschaut?“, fragte Emmett.

„Vielleicht hat Jessica meinen Namen gedacht.“, erklärte Edward. „Das Mädchen hat ja auch über die Cullens nachgedacht.“

Für Bruchteile einer Sekunde lag der Blick seiner dunklen Augen auf ihr, dann huschte er weiter zu mir.Für Bruchteile einer Sekunde lag der Blick seiner dunklen Augen auf ihr, dann huschte er weiter zu mir.

„Ganz bestimmt um ihre Gedanken zu lesen. Jessica scheint meinen Namen gerufen zu haben.“, sagte Edward. „Obwohl es besser gewesen wäre ihre Gedanken vorher zu hören, um zu erkennen, wie viel sie merkt.“

Er schaute schnell wieder weg, viel schneller, als ich es konnte, obwohl ich sofort verlegen meine Augen niederschlug. In seinem kurzen Blick lag keinerlei Interesse - es war, als hätte sie seinen Namen gerufen und er hätte unwillkürlich aufgeschaut, ohne die Absicht, eine Antwort zu geben.

Edward seufzte. „Es ist nervtötend, wie berechnend sie ist.“ Jeder wusste, dass das gefährlich werden könnte.

Meine Nachbarin kicherte verschämt und guckte auf die Tischplatte, genau wie ich.

»Das sind Edward und Emmett Cullen, und Rosalie und Jasper Hale«, flüsterte sie. »Das Mädchen, das gegangen ist, war Alice Cullen; sie leben alle bei Dr. Cullen und seiner Frau.«

„Mal sehen, ob sie uns ohne widerlichen Schmutz beschreiben kann.“ Emmett lehnte sich interessiert vor.

Aus den Augenwinkeln betrachtete ich weiter den schönen Jungen, der seinen Blick jetzt auf das Tablett gesenkt hatte und mit langen blassen Fingern einen Bagle zerrupfte. Seine perfekten Lippen waren kaum geöffnet, doch zugleich bewegte sich sein Mund sehr schnell. Und obwohl die drei anderen ihn nicht anschauten, hatte ich das Gefühl, als würde er leise auf sie einreden. Seltsame Namen, dachte ich.

„Jetzt sehe ich, was du meinst.“, sagte Emmett. „Sie ist etwas zu aufmerksam.“

Namen von Außenseitern. Von Großeltern. Aber vielleicht waren die hier beliebt? Kleinstadtnamen? Mir fiel endlich wieder ein, wie meine Tischnachbarin hieß: Jessica. Ein ganz normaler Name. In meinem Geschichtskurs zu Hause hatte es zwei Jessicas gegeben.

»Sie sind ... sehr hübsch.« Ich rang mit dem offensichtlichen Understatement.

»Ja, nicht?!«, stimmte Jessica zu und kicherte erneut. »Sie sind aber alle zusammen - ich meine, Emmett und Rosalie, und Jasper und Alice. Und sie wohnen zusammen.« Die ganze Entrüstung der Kleinstadtbewohner klang darin mit, dachte ich missbilligend.

„Sie ist offen.“ Carlisle lächelte.

Aber wenn ich ehrlich war - selbst in Phoenix würden die Leute darüber tratschen.

»Welche sind die Cullens?«, fragte ich. »Sie sehen sich gar nicht ähnlich ... «

»Sie sind auch nicht wirklich verwandt. Dr. Cullen ist selber noch ganz jung, Ende zwanzig oder Anfang dreißig. Sie sind alle adoptiert. Die Hales - die beiden Blonden - sind tatsächlich Geschwister, Zwillinge. Sie sind Pflegekinder.«

»Sie sehen ein bisschen alt aus dafür.«

„Nur ein kleines bisschen.“, gluckste Emmett.

»Mittlerweile schon, Jasper und Rosalie sind beide achtzehn,

„Natürlich sind sie gleich alt.“ Alice seufzte. „Sie sind zwillinge, soweit sie weiß.“

aber sie sind schon bei Mrs. Cullen, seit sie acht waren. Sie ist ihre Tante oder so ähnlich.«

»Das ist wirklich nett von ihnen. Ich meine, die ganzen Kinder aufzunehmen, wenn sie selber noch so jung sind.«

»Ja, klar«, stimmte Jessica widerwillig zu, und ich hatte das Gefühl, dass sie den Doktor und seine Frau aus irgendeinem Grund nicht mochte. Den Blicken nach zu urteilen, die sie den vieren am Tisch zuwarf, war es Eifersucht.

„Yep.“ Edward nickte.

»Aber ich glaub, Mrs. Cullen kann selber keine Kinder bekommen«, fügte sie hinzu,

Carlisle nahm Esme in die Arme. Ihre 'Kinder' lächelten sie an und sie konnte nicht anders, als zurückzulächeln.

als wäre es deshalb weniger wert.

„Sie hat ein gutes Herz..“ Esme lächelte.

Währenddessen huschte mein Blick immer wieder zu dieser sonderbaren Familie. Sie betrachteten weiter die Wand und aßen nichts.

»Wohnen sie schon immer in Forks?«, fragte ich. Ich war mir sicher, dass sie mir in einem meiner Sommer hier aufgefallen wären.

„Sie hätte uns bestimmt bemerkt.“, murmelte Esme.

»Nein«, sagte sie in einem Tonfall, als müsste das selbst einem Neuankömmling wie mir klar sein. »Sie sind erst vor zwei Jahren hergezogen, von irgendwo in Alaska.«

Ich spürte Mitleid in mir aufsteigen. Und Erleichterung. Mitleid, weil sie, Schönheit hin oder her, Außenseiter waren und spürbar nicht akzeptiert wurden. Erleichterung, weil ich nicht der einzige Neuling war und - nach allen denkbaren Maßstäben - ganz sicher nicht der interessanteste.

„Zu schade, dass Leute schnell das Interesse an uns verlieren.“, sagte Jasper. „Dieses Mädchen wird es lange haben.“

Während ich sie musterte, schaute der Jüngste, der Cullens, plötzlich auf und betrachtete mich mit spürbarer Neugierde.

„Sie ist nur Neugierig auf den Tod.“ Emmett lachte über Edward's Kommentar.

Ich schaute augenblicklich weg, doch es kam mir so vor, als hätte ich in seinem Blick eine Art unbefriedigter Erwartung gesehen.

„In was für einer Erwartung wohl?“, fragte Edward.

„Du nimmst also an, dass sie richtig denkt.“, sagte Alice.

„Ähm. Ich glaube schon.“, sagte Edward und sah genauso aus, wie ihn das Buch beschrieb. „Und wenn sie falsch liegt, weshalb sehe ich sie dann dauernd an?“

»Wer ist der Junge mit den rötlich braunen Haaren?«, fragte ich. Ich lugte aus den Augenwinkeln zu ihm rüber und sah, dass er mich immer noch anschaute - allerdings gaffte er nicht wie die anderen Schüler, sondern hatte eher einen leicht frustrierten Ausdruck. Erneut senkte ich meinen Blick.

„Vielleicht magst du ihre Gedanken nicht.“

„Sie ist ein untypischer Mensch. Vielleicht deshalb?“

„Vielleicht..“, seufzte Edward.

»Das ist Edward. Er ist supersüß, klar, aber mach dir keine Hoffnungen. Er ist an Mädchen nicht interessiert, zumindest nicht an den Mädchen hier. Scheinbar ist ihm keines hübsch genug.« Sie rümpfte die Nase - ein klarer Fall von verletzter Eitelkeit. Ich fragte mich, wie lange es wohl her war, seit sie abgeblitzt war.

„Kommt drauf an welches Mal du meinst.“, grinste Edward.

Ich biss mir auf die Lippen, um mein Lächeln zu verbergen. Dann wagte ich einen weiteren Blick. Sein Gesicht war abgewandt, aber es sah so aus, als zuckte seine Wange ein wenig - als müsste er ebenfalls lachen.

„Wenn er das hier ebenfalls lesen könnte, würde ich sagen, er tut es.“ Alice lächerlte.

Ein paar Minuten später standen die vier gemeinsam auf und gingen. Ihre Bewegungen waren auffallend elegant, selbst die des großen, kräftigen Jungen. Ein verstörender Anblick. Der, dessen Name Edward war, schaute nicht mehr zu mir.

„Sie steht definitiv auf dich.“, lachte Emmett.

„Großartig.“, sagte Edward. Er hasste es, dass er immer die erste Wahl war, wenn es ums Schwärmen ging.

Ich blieb länger sitzen, als ich es getan hätte, wenn ich allein gewesen wäre. Ich wollte am ersten Tag auf keinen Fall zu spät zum Unterricht kommen. Eine meiner neuen Bekannten, die mich netterweise daran erinnerte, dass sie Angela hieß,

„Angela Weber ist ein sehr nettes Mädchen.“, erleuterte Edward. „Sie hat sehr rücksichtsvolle Gedanken.“

hatte als Nächstes gemeinsam mit mir Biologie II.

„Hm.. sieht so aus aus hätten wir zusammen Unterricht.“, sagte Edward. „Und sie wird neben mir sitzen müssen.“

„Das könnte lustig werden.“, kicherte Alice.

Schweigend liefen wir zum Klassenzimmer. Sie war auch schüchtern.

Als wir den Raum betraten, ging Angela zu einem der schwarz beschichteten Labortische, die ich von zu Hause kannte, und setzte sich neben einen Jungen. Auch alle anderen Tische waren schon voll besetzt, bis auf einen. Am Mittelgang, gut erkennbar an seiner ungewöhnlichen Haarfarbe, saß Edward Cullen, und neben ihm war der einzige freie Platz.

Während ich durch den Gang nach vorne ging, um mich beim Lehrer vorzustellen und seine Unterschrift abzuholen, beobachtete ich ihn heimlich. Dann, als ich direkt neben ihm war, zuckte er zusammen und versteifte sich auf seinem Stuhl. Wieder schaute er mich an, dieses Mal mit einem seltsam feindseligen, wütenden Ausdruck.


„Was?“, fragten alle gleichzeitig, Edward am lautesten.

„Edward Cullen, wie kannst du dieses liebe Mädchen nur so ansehen?“, fragte Esme entsetzt. „So verhälst du dich nie.“

„Tut mir Leid, Mom.“, sagte Edward leise. „Ich verstehe doch auch nicht, weshalb ich sie so ansehe.“

„Du bist durstig. Das Mädchen hat gesagt, deine Augen waren schwarz.“, warf Jasper ein.

„Aber wir reden von Edward.“, sagte Emmett. „Der einzige, der mehr Kontrolle über sich hat, ist Carlisle.“

Erschrocken schaute ich weg und wurde schon wieder rot. Ich stolperte über ein am Boden liegendes Buch und musste mich an einer Tischkante festhalten. Das Mädchen, das dort saß, kicherte.

Ich hatte die Farbe seiner Augen gesehen - sie waren schwarz. Kohlrabenschwarz.

„Seht ihr.“, sagte Jasper. „Seine letzte Jagd muss Wochen her sein.“

„Aber er sollte sie nicht so ansehen.“, sagte Esme sorgevoll.

Mr. Banner unterschrieb meinen Zettel, reichte mir ein Buch und verzichtete auf den Vorstellungsquatsch. Ich hatte das Gefühl, wir würden gut miteinander klarkommen. Er hatte natürlich keine andere Möglichkeit, als mich zu dem einzigen freien Platz in der Mitte des Raumes zu schicken. Mit gesenkten Augen ging ich und setzte mich neben ihn, immer noch erschrocken von seinem feindseligen Blick.

„Edward, du verunsicherst sie mehr, als sie es ohnehin schon ist.“, stichelte Alice, doch Edward reagierte nicht. Er war zu sehr damit beschäftigt darüber nachzudenken, was er tun würde.

Er schaute nicht auf, als ich meine Bücher ablegte und mich hinsetzte, doch aus den Augenwinkeln konnte ich sehen, dass er sich von mir weglehnte, auf der äußersten Kante seines Stuhles saß und sein Gesicht abwandte, als würde es plötzlich schlecht riechen.

„Sie riecht anscheinend sehr gut.“, sagte Emmett. „Ich frage mich, wie einladend sie auf dich wirkt.“

„Genug.“, sagte Edward gereizt. „Es sieht so aus, als müsste ich meine ganze Kraft darauf verwenden, nicht über sie herzufallen.

Ich schnupperte unauffällig an meinen Haaren. Sie rochen nach meinem Lieblingsshampoo: Erdbeeren - ein unschuldiger Duft, sollte man meinen. Ich ließ die Haare über meine rechte Schulter fallen und schuf so einen dunklen Vorhang zwischen uns. Dann versuchte ich mich auf den Unterricht zu konzentrieren.

Es ging um den Aufbau von Zellen, das hatte ich schon gehabt. Trotzdem schrieb ich sorgfältig - und ohne aufzublicken - mit.

Hin und wieder jedoch hielt ich es nicht aus und warf durch den Vorhang meiner Haare einen Blick auf den eigenartigen Jungen neben mir. Während der gesamten Stunde behielt er seine steife Position auf der Stuhlkante bei und saß so weit von mir entfernt wie möglich. Ich sah, dass er die Hand auf seinem linken Oberschenkel zur Faust geballt hatte, sah die Sehnen unter seiner blassen Haut hervortreten. Nicht ein einziges Mal entspannte er sie.

„Du quälst sie.“, sagte Esme traurig.

„Besser, als wenn ich sie angreife.“, murmelte Edward. „Und es sieht so aus, als würde ich es bald..“

Er hatte die Ärmel seines weißen Hemdes bis zu den Ellenbogen hochgekrempelt; sein Unterarm war überraschend hart und muskulös. Er war nicht annähernd so zierlich, wie er neben seinem bulligen Bruder gewirkt hatte.

„Jeder sieht neben mir zierlich aus.“, sagte Emmett. Er versuchte die Stimmung aufzuhellen.

Die Stunde schien sich länger hinzuziehen als die anderen. Lag es daran, dass ich erschöpft war vom ersten Tag in der neuen Schule? Oder war es das Warten darauf, dass sich die Anspannung seiner Faust löste? Doch es passierte nicht; er saß weiter so reglos da, als würde er nicht einmal atmen.

„Du atmest wahrscheinlich wirklich nicht. Es ist der einfachste Weg nichts zu riechen, der Versuchung zu widerstehen.“, erklärte Carlisle.

Was hatte er bloß?

War das sein übliches Verhalten? Ich war mir nicht mehr so sicher, ob mein Urteil über Jessicas verbitterte Bemerkung gerecht gewesen war. Möglicherweise lag darin weniger verletzte Eitelkeit, als ich gedacht hatte.

Mit mir konnte es jedenfalls nichts zu tun haben - er kannte mich überhaupt nicht!

„Sehr scharfsinnig – doch leider gibt sie zu früh auf.“, kommentierte Carlisle.

„Sie hat aber recht, es ist ungewöhnlich, dass Jemand einen so wütend ansieht, wenn man sich doch gerade erst das erste Mal getroffen hat.“, lenkte Alice ein.

Noch einmal wagte ich einen Blick in seine Richtung und bereute es sofort. Wieder funkelte er mich wütend an, wieder war der Blick seiner schwarzen Augen voller Abscheu. Ich wich so weit zurück, wie es mein Stuhl zuließ. Wenn Blicke töten könnten, schoss es mir durch den Kopf.

„Das arme Mädchen.“, seufzte Esme.

In diesem Moment passierten zwei Dinge gleichzeitig: Es klingelte so laut, dass ich erschreckt zusammenfuhr, und Edward Cullen schoss mit einer einzigen geschmeidigen Bewegung - er war viel größer, als ich vermutet hatte - von seinem Platz hoch und war im Gang verschwunden, bevor irgendjemand sonst überhaupt aufstehen konnte.

„Du gehst zu schnell.“, sagte Rosalie.

„Glaubst du, es wäre besser gewesen, wenn ich länger geblieben wäre?“, keifte Edward sie an. „Es war nicht nur ihr Leben in Gefahr.“

„So etwas könntest du nie tun.“, sagte Esme. Ihre Stimme war entschlossen.

„Sie wird jemandem davon erzählen.“, sagte Rosalie. „Nach den Blicken wird sie es garantiert.“

„Ich glaube nicht.“, sagte Carlisle ruhig. „Sie scheint mir nicht der Typ dafür zu sein.“

Rosalie seufzte. „Wie auch immer.“

Ich saß verdattert auf meinem Stuhl und schaute ihm mit leerem Blick nach. Wie gemein! Langsam klaubte ich meine Sachen zusammen und bemühte mich, die Wut zu unterdrücken, die in mir hochstieg - ich hatte Angst, in Tränen auszubrechen. Aus irgendeinem Grund musste ich nämlich immer weinen, wenn ich wütend war, eine entwürdigende Eigenschaft.

»Bist du nicht Isabella Swan?«, hörte ich jemanden fragen.

Ich hob meinen Blick; vor mir stand ein hübscher, milchgesichtiger Junge, der seine blonden Haare mit viel Sorgfalt und Gel zu Stacheln aufgestellt hatte. Er lächelte freundlich. Offensichtlich fand er nicht, dass ich schlecht roch.

»Bella«, verbesserte ich ihn und lächelte.

»Ich bin Mike.«

»Hi, Mike.«

»Wo musst du als Nächstes hin? Soll ich dir den Weg zeigen?«

»Ich muss zur Turnhalle, ich glaub, die finde ich.«

„Ah.“, stöhnte Emmett.

»Da muss ich auch hin.« Er schien ganz aus dem Häuschen zu sein, obwohl das in einer Schule dieser Größe kaum ein bemerkenswerter Zufall war

. Also gingen wir gemeinsam; er war eine Quasselstrippe und übernahm den Großteil der Konversation, so dass ich eigentlich nur zuhören musste. Bis er zehn war, hatte er in Kalifornien gewohnt, er wusste also, wie ich mich fühlte ohne Sonne. Er war auch in meinem Englischkurs, wie sich herausstellte. Und der netteste Mensch, der mir an diesem Tag begegnet war.

„Netter als mein lieber Bruder.“, stichelte Alice.

Edward knurrte, sagte aber nichts dazu.

Doch dann, als wir die Turnhalle betraten, fragte er: »Sag mal, hast du Edward Cullen eigentlich deinen Stift zwischen die Rippen gebohrt oder was? Ich hab ihn noch nie so gesehen wie heute.«

„Idiot. Musste er das sagen?“, knurrte Edward.

„Es wäre echt besser, wenn sie denken würde, du wärst zu jedem so psycho drauf.“, sagte Emmett grinsend.

„Ja, wäre es.“, sagte Edward ernst.

Ich zuckte zusammen. Es war also nicht nur mir aufgefallen. Und es war anscheinend nicht Edward Cullens übliches Verhalten. Ich stellte mich dumm.

»War das der Junge, der neben mir in Bio saß?«, fragte ich arglos.

»Genau der. Er sah aus, als täte ihm etwas weh oder so.«

»Keine Ahnung«, erwiderte ich. »Wir haben nicht miteinander gesprochen.«

»Er ist ein komischer Typ.«

„Ich kann ihm da nur zustimmen.“, sagte Emmett und lachte über Edwards Gesicht.

Mike blieb stehen. »Wenn ich das Glück hätte, neben dir zu sitzen, würde ich mit dir sprechen.«

„Ein Gegner.“, lachte Alice. „Er könnte Konkurrenz werden.“

„Das ist nicht witzig.“ Edward funkelte Alice an, doch sie zuckte nur mit den Schultern. Die anderen waren verwirrt.

Ich lächelte und ging in den Umkleideraum der Mädchen. Er war nett und offensichtlich an mir interessiert, doch das änderte nichts an meiner schlechten Stimmung.

Coach Clapp, der Sportlehrer, suchte eine Garnitur Sportsachen für mich raus, bestand aber nicht darauf, dass ich mich gleich umzog und mitmachte. Zu Hause war Sport nur zwei Jahre lang Pflichtfach gewesen, hier stand es die ganzen vier Jahre auf dem Programm. Forks war buchstäblich meine persönliche Hölle auf Erden.

„Dann wäre es besser gewesen, wenn sie nicht hergekommen wäre.“, sagte Edward säuerlich.

„Du wirst ihr nicht weh tun.“, sagte Esme streng.

„Genau. Sobald du gejagt hast, ist das Problem erledigt.“ Jasper projezierte auf jeden der Familie seine Ruhe.

„Ich weiß es nicht.“, sagte Edward und sah so aus, als würde er auf Jaspers Gedanken antworten.

Ich schaute bei vier gleichzeitig stattfindenden Volleyballspielen zu und dachte daran, wie viele Verletzungen ich mir und anderen beim Volleyball zugefügt hatte. Mir wurde ein wenig schwindlig bei dem Gedanken.

Endlich war auch die letzte Stunde vorbei. Langsam ging ich zum Büro, um meine Unterlagen abzugeben. Der Regen hatte nachgelassen, doch der Wind war stärker und kälter geworden. Ich schlang meine Arme um meinen Oberkörper.

Als ich das warme Sekretariat betrat, hätte ich fast wieder kehrtgemacht.

Vor mir am Tresen stand, unverkennbar mit seinem verwuschelten Schopf bronzefarbener Haare, Edward Cullen.

„Warum bist du dort?“, wollte Emmett wissen, doch die einzige Antwort, die er bekam, war Edwards lauter werdendes Knurren.

Er schien mein Eintreten nicht zu registrieren. Ich stellte mich an die hintere Wand und wartete, bis die Sekretärin für mich Zeit hatte.

Er diskutierte mit ihr mit leiser, angenehmer Stimme. Ich merkte schnell, worum es ging: Er versuchte seinen Biologiekurs auf eine andere Stunde zu legen - egal, welche.

„Warum?“, fragte Emmett wieder.

„Sie muss unfassbar gut riechen.“, spekulierte Jasper.

„Ich denke genauso. Ich glaube nicht, dass mir Jagen helfen wird.“, sagte Edward.

Carlisle sah nachdenklich aus dem Fenster.

„Was ist das?“, fragte Edward über einen Gedanken von Carlisle.

„Wenn menschliches Blut so auf einen von uns wirkt, dann nennt man es ein seltenes Geschenk.“
„Geschenk.“, sagte Edward verächtlich. „Sie ist ein unschuldiges Mädchen..“ Mitten im Satz brach er ab und schüttelte sich.

„Ich weiß, mein Sohn.“ Carlisle seufzte. „Es tut mir Leid.“

„Aber Edward würde sie niemals angreifen.“, sagte Esme.

„Das werden wir sehen..“, murmelte Edward.

Ich konnte einfach nicht glauben, dass es dabei um mich gehen sollte. Es musste etwas anderes sein, etwas, das passiert war, bevor ich den Bioraum betreten hatte. Sein Gesichtsausdruck vorhin war durch meine bloße Anwesenheit nicht zu erklären. Es war unmöglich, dass dieser Fremde eine derart plötzliche und intensive Abneigung gegen mich hegte.

Auf einmal öffnete sich die Tür; ein kalter Windstoß fegte durch den Raum, brachte die Papiere auf dem Tresen zum Rascheln und fuhr mir in die Haare.

„Mein Glück..“, sagte Edward wütend.

„Das Mädchen scheint auch nicht mehr davon zu haben.“, sagte Emmett.

„Ich weiß nicht. Sie hat Glück, dass Edward derjenige ist, der so auf ihr Blut reagiert..“, sagte Alice.

„Das würde ich nicht Glück nennen.“, knurrte Edward.

„Nicht gut, aber auch nicht das schlechteste.“, sagte Alice.

Ein Mädchen kam herein, ging zum Tresen, legte einen Zettel in eine Ablage und verschwand wieder nach draußen. Edward Cullen versteifte sich; langsam drehte er sich um und starrte mich wütend an. Sein Gesicht war fast überirdisch schön, doch sein Blick war stechend und hasserfüllt. Panik durchfuhr mich; die Haare auf meinen Armen stellten sich auf. Sein Blick währte nur eine Sekunde, doch er brachte mich stärker zum Frösteln als der kalte Wind.

„Du würdest sie wirklich angreifen.“, sagte Carlisle. „Ihre Instinkte warnen sie.“

Dann wandte er sich wieder der Sekretärin zu.

»Okay«, sagte er hastig und mit samtener Stimme. »Ich verstehe, dass es unmöglich ist. Haben Sie vielen Dank für Ihre Mühe.« Dann machte er kehrt und verschwand nach draußen, ohne mich eines weiteren Blickes zu würdigen.

Ich ging eingeschüchtert zum Tresen und reichte der Sekretärin den Zettel mit den Unterschriften.

Mein Gesicht war ausnahmsweise mal nicht gerötet, sondern kreidebleich.

»Na, Isabella, wie lief dein erster Tag?«, fragte sie mütterlich.

»Gut«, log ich mit schwacher Stimme. Sie sah nicht überzeugt aus.

Mein Transporter war fast das letzte Auto auf dem Parkplatz. Er war meine einzige Rettung - das, was einem Zuhause am nächsten kam in diesem nassen grünen Kaff. Eine Zeit lang saß ich nur da und starrte ausdruckslos nach draußen. Doch dann wurde es schnell so kühl, dass ich die Heizung brauchte, also drehte ich den Schlüssel im Zündschloß und ließ den Motor anspringen. Den ganzen Weg zurück zu Charlies Haus kämpfte ich mit den Tränen.

„Du bringst sie zum weinen.“, seufzte Esme

„Das ist das Ende des Kapitels.“, sagte Alice.

„Ich lese das Nächste.“, forderte Edward und streckte die Hand aus.

„Schön.“, sagte Alice und gab es ihm..

1 comment:

  1. Hallo
    tolles Kapitel es ist intersant zu Lesen wie die Cullens auf das Buch reagieren.
    Lg. Alice

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