„Frostiges Klima.“, las Emmett.
Etwas war anders, als ich am Morgen meine Augen öffnete.
Es war das Licht. Es war immer noch graugrün wie an einem wolkigen Tag im Wald, aber irgendwie klarer. Der Nebel, der sonst mein Fenster von außen verhängte, hatte sich aufgelöst.
Ich sprang auf, um hinauszuschauen,
„Sie wird enttäuscht sein. Es hat garantiert geschneit.“, kicherte Emmett.
und dann stöhnte ich vor Entsetzen.
Eine dünne Schneeschicht hatte den Vorgarten überzogen, das Dach meines Transporters bestäubt und die Straße weiß gefärbt.
Doch etwas anderes war noch schlimmer. Das Regenwasser vom Vortag war über Nacht gefroren und ummantelte die Nadeln der Bäume in fantastischen, wunderhübschen Mustern; außerdem hatte es die Auffahrt in eine tödliche Eisfläche verwandelt.
Es fiel mir schon bei trockenem Boden schwer genug, nicht hinzufallen; vielleicht war es sicherer für mich, einfach wieder ins Bett zu gehen.
„Ich frage mich, wie oft sie in diesem Kapitel hinfallen wird.“ Emmett lachte.
Charlie war schon zur Arbeit gefahren, als ich nach unten kam. Das Zusammenleben mit ihm war auf vielerlei Weise so, als hätte ich meine eigene Wohnung, und ich merkte, dass ich das Alleinsein genoss - ich fühlte mich nicht einsam.
Ich schaufelte in Windeseile eine Schüssel Cornflakes in mich hinein und trank ein paar Schlucke Orangensaft direkt aus der Packung. Ich konnte es trotz des Wetters kaum erwarten, in die Schule zu kommen, und das ängstigte mich.
„Durchaus beängstigend.“, kommentierte Emmett.
„Besonders wenn man bedenkt, dass sie mich sehen wird.“, sagte Edward.
Ich wusste, dass es nicht der spannende Unterricht oder meine neuen Freunde waren, auf die ich mich so freute. Wenn ich ehrlich war, dann musste ich mir eingestehen, dass ich es allein deshalb so eilig hatte, weil ich Edward Cullen wiedersehen würde. Und das war sehr, sehr dumm.
„Das ist es.“, seufzte Edward.
Nach meinem hirnlosen und peinlichen Gebrabbel gestern in Bio sollte ich ihm am besten ganz aus dem Weg gehen. Zudem war ich misstrauisch: Wieso hatte er meine Frage zu se ner Augenfarbe mit einer Lüge beantwortet?
Und während mir die Feindseligkeit, die er manchmal ausstrahlte, immer noch Angst machte, ließ mich sein makelloses Aussehen nach wie vor verstummen. Mir war klar, dass wir nicht in derselben Liga spielten - nicht im Entferntesten.
„Ich finde nicht, dass sie mit dem Letzten recht hat.“, sagte Edward.
„Dann spielt ihr also in der selben Liga?“ Emmett sah seinen Bruder mit hebenden Augenbrauen an.
„Ernsthaft, ich will damit nur sagen, dass ich nichts besseres bin, nur weil ich anders aussehe.“, sagte Edward.
„Aber du bist nun einmal eine wundervolle Person.“, sagte Esme sanft.
Es gab also genügend Gründe, warum ich alles andere als begierig darauf sein sollte, ihn zu sehen.
Es erforderte meine ganze Konzentration, heil über die vereiste Auffahrt zu meinem Transporter zu kommen. Als ich fast am Ziel war, verlor ich die Balance, konnte mich aber am Seitenspiegel festhalten. Dieser Tag würde ein Albtraum werden, so viel war klar.
„Wenn das Wetter so ist, sollte sie besser nicht zur Schule gehen.“, sagte Edward sorgenvoll.
„Und uns den Spaß vorenthalten.“, kicherte Emmett.
„Wohl eher deinen Spaß.“, seufzte Alice.
Emmett sagte nichts weiter, auch wenn er ihr zuzustimmen schien.
Auf dem Weg zur Schule lenkte ich mich von meiner Angst vor Unfällen und den ungewollten Spekulationen über Edward Cullen ab, indem ich mir Gedanken über Mike und Eric machte und darüber, wie Jungen meines Alters hier in Forks auf mich reagierten - im Gegensatz zu ihrem Desinteresse in Phoenix. Ich sah noch genauso aus wie dort, das stand fest.
Vielleicht lag es einfach daran, dass die Jungs zu Hause mich schon gekannt hatten, als ich die verschiedenen peinlichen Phasen der Pubertät durchmachte, und in mir noch dasselbe Mädchen sahen. Oder es hatte damit zu tun, dass ich neu in einem Ort war, wo sonst immer alles beim Alten blieb.
Möglicherweise fanden sie meine lästige Tollpatschigkeit nicht erbärmlich, sondern liebenswürdig und sahen in mir eine Jungfer in Nöten. Woran es auch lag, Mikes schwänzelnde Ergebenheit und Erics offensichtliche Rivalität ihm gegenüber behagten mir nicht. Hätte ich die Wahl gehabt, ich hätte die alte Ignoranz der neuen Aufmerksamkeit vorgezogen.
Rosalie schnaubte.
„Ich wette, es hat mit ihrer Tollpatschigkeit zutun. Wer liebt kleine Basel nicht?“, kicherte Emmett.
„Es hat wahrscheinlich etwas damit zutun, dass sie neu ist. Die Jungs hier sind sehr angetan von ihr.“, sagte Edward.
„Es genügt zu wissen, wer sie ist. Sie ist eine liebevolle Person.“, sagte Esme.
Mein Transporter schien keinerlei Probleme mit dem schmutzigen Eis zu haben, das die Straßen bedeckte. Ich fuhr trotzdem sehr langsam, schließlich wollte ich keine Spur der Verwüstung auf den Straßen von Forks hinterlassen.
Beim Aussteigen sah ich, warum die Fahrt zur Schule so problemlos verlaufen war. Etwas silbrig Glänzendes stach mir ins Auge, und ich ging - eine Hand immer an der Karosserie, um nicht auszurutschen - um den Transporter herum, um mir die Reifen anzuschauen.
„Charlie muss Ketten um die Reifen gelegt habe. Sehr lieb von ihm.“ Esme lächelte.
Sie waren von dünnen Ketten umspannt, die sich kreuzten und diamantenförmige Muster bildeten. Schneeketten. Charlie war wer weiß wie früh aufgestanden und hatte sie angebracht.
Etwas schnürte mir die Kehle zu - ich war es nicht gewohnt, dass jemand sich um mich kümmerte, und Charlies stillschweigende Fürsorge rührte mich.
Esme lächelte noch breiter.
Als ich dort stand, an der hinteren Ecke des Transporters, und mit den unerwarteten Gefühlen kämpfte, hörte ich ein merkwürdiges Geräusch. Es klang hoch und kreischend, und es wurde schnell schmerzhaft laut. Erschrocken blickte ich auf.
„Das Geräusch gefällt mir nicht..“, murmelte Edward.
Ich sah mehrere Dinge auf einmal, aber nichts davon geschah in Zeitlupe wie im Film. Stattdessen schien der Adrenalinstoß meine Denkgeschwindigkeit zu erhöhen, so dass mein Gehirn eine Reihe ungewöhnlich scharfer Momentaufnahmen gleichzeitig machen konnte.
Vier Autos weiter stand Edward Cullen und starrte mich entsetzt an. Sein Gesicht trat aus einem Meer von Gesichtern hervor, die alle zu einer einheitlichen Maske des Schocks versteinert waren. Was aber in dem Moment entscheidender war:
Ein dunkelblauer Van rutschte mit blockierten Bremsen wild schlingernd über den vereisten Parkplatz, direkt auf meinen Transporter zu. Vor dem ich stand. Mir blieb nicht einmal Zeit, die Augen zu schließen.
„NEIN.“, sagte Edward laut.
„Oh Gott.“, stieß Esme hervor.
Unmittelbar bevor ich hörte, wie sich der Van laut scheppernd um den hinteren Kotflügel des Transporters faltete, traf mich ein harter Schlag, aber nicht aus der erwarteten Richtung.
„Das bist hoffentlich nicht du.“, sagte Rosalie.
„Was-“ Edward stoppte sich und dachte nach. „Was hast du vor, wenn ich das wirklich sein sollte?“
„Du wirst uns alle verraten.“, knurrte sie.
Edward antwortete nicht. Er ging im Kopf alle Möglichkeiten durch, was passieren könnte und wusste, dass er das Mädchen schützen würde.
Mein Kopf knallte auf den eisigen Asphalt, und etwas Festes und Kaltes drückte mich zu Boden. Ich lag auf dem Pflaster, und zwar hinter dem hellbraunen Wagen, neben dem ich geparkt hatte.
Mehr nahm ich nicht wahr, denn der Van war immer noch in Bewegung - er hatte sich knirschend um das Heck des Transporters geknüllt und schlingerte nun seitlich weiter auf mich zu. Gleich würde er mich abermals erfassen.
„Noch weniger Glück wäre unmöglich..“, seufzte Edward.
Ein leiser Fluch signalisierte mir, dass ich nicht allein war. Die Stimme war unverkennbar.
Blitzartig schoben sich zwei lange, weiße Hände schützend vor meinen Körper, und der Van kam etwa dreißig Zentimeter neben meinem Kopf rüttelnd zum Stehen. Wie durch eine Fügung passten die großen Hände genau in die tiefe Delle in der Seite des Vans.
„EDWARD“, schrie Rosalie und fletschte die Zähne.
Dann bewegten sie sich so schnell, dass sie vor meinen Augen verschwammen. Eine Hand griff plötzlich unter die Karosserie des Vans, dann wurde ich weggezogen, und meine Beine flogen umher wie die einer Schlenkerpuppe, bis sie an die Reifen des hellbraunen Autos schlugen.
Das dumpfe, metallische Geräusch eines Aufpralls schmerzte in meinen Ohren, Glas zersplitterte, und dann kam der Van endgültig auf dem Asphalt zum Stillstand - genau dort, wo sich eine Sekunde zuvor meine Beine befunden hatten.
„Das ist nicht gut..“, flüsterte Edward, und wenn es möglich gewesen wäre, wäre er wohl erbleicht.
„Absolut nicht gut. Du hast alles wegen einem dummen Mädchen ruiniert.“, fauchte Rosalie.
„Sie ist nicht dumm.“, gab Edward zurück.
„Nein, aber wenn sie es wäre, hätte sie nicht bemerkt, dass du den Van bewegt hast.“, knurrte sie.
„Beruhige dich, Rosalie. Edward hat das richtige getan, auch wenn ich mir wünschte, sie hätte nicht so viel bemerkt.“, sagte Carlisle.
„Aber..“, Rosalie sah ihren Vater fassungslos an.
„Ich bin stolz auf dich.“, sagte Esme und schlang die Arme um Edward.
„Wie auch immer.“, grunzte Rosalie frustriert, sagte aber nichts weiter.
Eine endlose Sekunde lang herrschte absolute Stille, dann schrien alle durcheinander. Inmitten des plötzlichen Tumults hörte ich mehrere Menschen meinen Namen rufen. Doch viel deutlicher drang Edward Cullens leise, verzweifelte Stimme an mein Ohr.
»Bella? Ist alles in Ordnung?«
»Mir geht's gut.« Meine Stimme klang eigenartig. Ich versuchte mich aufzusetzen und merkte erst jetzt, dass er mich fest an seine Seite presste.
»Vorsicht«, warnte er, als ich mich mühsam bewegte. »Ich glaube, du bist ziemlich hart mit dem Kopf aufgeschlagen.«
„Deine Entschuldigung für das, was sie gesehen hat.“, sagte Rosalie. „Nicht, dass sie es glauben würde.“
Erst da spürte ich den pulsierenden Schmerz über meinem linken Ohr.
»Au«, sagte ich überrascht.
»Hab ich's mir doch gedacht.« Erstaunlicherweise klang seine Stimme, als müsste er ein Lachen unterdrücken.
»Wie zum ...« Ich hielt inne und versuchte mich zu orientieren und meine Gedanken zu ordnen. »Wie bist du so schnell hier gewesen?«
»Ich stand direkt neben dir, Bella«, sagte er. Sein Tonfall war wieder ganz ernst.
Ich drehte mich weg, um mich aufzusetzen, und dieses Mal ließ er es geschehen; er löste seinen Griff um meine Taille und rutschte so weit von mir weg, wie es der schmale Zwischenraum gestattete. Ich blickte in seine besorgte Unschuldsmiene, und erneut verhinderten seine goldfarbenen Augen, dass ich klar denken konnte.
Was fragte ich ihn da eigentlich?
„Vielleicht solltest du sie den Rest des Tages so ansehen, damit sie alles vergisst.“, schlug Alice vor.
Und dann fanden sie uns: Mit tränenüberströmten Gesichtern schrien sie uns, schrien sie sich gegenseitig an.
»Nicht bewegen«, kommandierte jemand.
»Holt Tyler aus dem Van«, brüllte ein anderer.
Hektische Betriebsamkeit umgab uns. Ich versuchte aufzustehen, doch Edwards kalte Hand drückte meine Schulter nach unten.
»Bleib erst mal sitzen.«
»Aber es ist kalt«, maulte ich.
„Jep, darum würde ich mir jetzt auch Sorgen machen.“, lachte Emmett und Edward seufzte.
Ich war überrascht, als er leise vor sich hin lachte. Es klang irgendwie nervös.
Plötzlich fiel es mir wieder ein: »Du warst dort drüben.« Sein Kichern erstarb. »Bei deinem Auto.«
In sein Gesicht trat ein harter Ausdruck. »Nein, war ich nicht.«
„Edward, du bist ein besserer Lügner.“, sagte Alice missbilligt. „Du musst den Schein waren.“
„Richtig, Edward. Du wirst ihr so niemals klarmachen, dass wir normale Menschen sind.“, sagte Emmett.
»Ich hab dich gesehen.« Um uns herum herrschte Chaos. Von fern näherten sich die schrofferen Stimmen von Erwachsenen. Doch ich ließ nicht locker - ich hatte Recht, und er würde es zugeben.
„Argh. Muss sie so stur sein?“, seufzte Edward.
»Bella, ich stand neben dir, und ich hab dich zur Seite gezogen.« Und als wollte er mir etwas Wichtiges mitteilen, entfesselte er die ganze, überwältigende Kraft seines Blickes.
„Ich glaube nicht, dass dein Charme bei ihr funktionieren wird.“ Alice lachte. „Jedenfalls nicht gut genug.“
»Nein.« Ich war entschlossen, nicht nachzugeben.
Das Gold in seinen Augen funkelte. »Bella, bitte.«
»Warum?«
»Vertrau mir«, bat er leise, mit unwiderstehlich sanfter Stimme.
Dann hörte ich die Sirenen. »Versprichst du, mir später alles zu erklären?«
»Schön, wie du willst«, sagte er mit plötzlicher Gereiztheit.
„Du wirst es ihr nicht erzählen.“, knurrte Rosalie.
„Nein, werde ich nicht.“, seufzte Edward.
„Du musst verzweifelt sein, da du den Versprechen brechen musst.“ Alice grinste.
»Schön«, erwiderte ich wütend.
Sechs Rettungshelfer und zwei Lehrer - Mr. Varner und Coach Clapp - waren notwendig, um den Van weit genug beiseitezuschieben, damit sie mit den Tragen zu uns herankamen. Edward lehnte es vehement ab, sich tragen zu lassen, und ich versuchte dasselbe, doch dieser Verräter sagte ihnen, dass ich mir den Kopf gestoßen und wahrscheinlich eine Gehirnerschütterung hatte.
„Wie konntest du sie nur so verraten.“, sagte Emmett gespielt ernst.
Ich starb fast vor Scham, als sie mir die Halskrause anlegten. Es sah aus, als hätten sich sämtliche Schüler und Lehrer eingefunden, um mit ernsten Mienen zuzusehen, wie ich in den Krankenwagen geschoben wurde. Edward durfte vorne sitzen. Es war zum Verrücktwerden.
Und zu allem Unglück traf auch noch Charlie in voller Polizeimontur ein, bevor sie mich fertig einladen und abtransportieren konnten.
»Bella«, brüllte er panisch, als er mich auf der Trage erkannte.
»Mir geht's gut, Char- Dad«, sagte ich matt. »Nichts passiert.«
„Sie sollte damit warten, bis sie wieder aus dem Krankenhaus kommt.“, sagte Carlisle. „Kopfverletzungen merkt man nicht immer sofort.“
Er wandte sich an den erstbesten Rettungshelfer, um eine zweite Meinung einzuholen, und ich blendete ihn aus, um mich dem Wirrwarr der unerklärlichen Bilder zu widmen, die mir durch den Kopf schossen. Als sie mich auf die Trage gehoben hatten, war mir die tiefe Delle in der Stoßstange des hellbraunen Autos aufgefallen - eine sehr ausgeprägte Delle, die genau den Konturen von Edwards Schultern entsprach ... als hätte er sich mit genug Kraft gegen das Auto gestemmt, um dessen Metallrahmen zu beschädigen …
Und dann war da das Verhalten seiner Geschwister: Sie hatten etwas abseitsgestanden und das Geschehen, ihren Gesichtern nach zu urteilen, mit einer Mischung aus Ablehnung und Wut verfolgt, doch ohne sichtbare Sorge um das Leben ihres Bruders.
„Natürlich nicht.“, sagte Rosalie.
„Ich glaube wir wissen alle, wer hier so ablehnend ist.“, kicherte Emmett und erntete einen bösen Blick von Rosalie.
„Sie hat unsere Reaktionen bemerkt und das bestärkt ihre Überzeugung.“, sagte Jasper.
Ich suchte nach einer logischen Erklärung für das, was ich gerade erlebt hatte - einer, die nicht darauf hinauslief, dass ich geisteskrank war.
Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Krankenwagen von einem Streifenwagen zum Bezirkskrankenhaus eskortiert. Während der gesamten Ausladeprozedur fühlte ich mich der Lächerlichkeit preisgegeben, was noch dadurch verstärkt wurde, dass Edward gewohnt elegant und unbehelligt von fremder Hilfe durch die Krankenhaustüren schritt. Wütend biss ich die Zähne zusammen.
Sie brachten mich in die Notaufnahme, einen langen Raum mit nebeneinander aufgereihten Betten, zwischen denen PASTELL-FARBEN gemusterte Tapeten waren. Eine Krankenschwester legte mir die Manschette zum Blutdruckmessen um den Arm und pumpte sie auf, dann schob sie mir ein Thermometer unter die Zunge. Da sich niemand die Mühe machte, den Vorhang weit genug zu schließen, um mir ein wenig Privatsphäre zu verschaffen, kam ich zu dem Schluss, dass ich nicht länger verpflichtet war, die alberne Halskrause zu tragen.
„Das ist nicht richtig.“, seufzte Carlisle. „Auch wenn ich nicht denke, dass ihre Verletzung schwerwiegend ist. Dennoch ist es falsch die Halskrause abzunehmen.“
Sobald die Schwester gegangen war, öffnete ich den Klettverschluss und schmiss sie unter das Bett.
Dann wurde es erneut hektisch; eine weitere Traube Krankenhauspersonal, eine weitere Trage, die zum Bett neben mir gebracht wurde. Unter den blutbeschmierten Binden, die eng um seinen Kopf gewickelt waren, erkannte ich Tyler Crowley aus meinem Politikkurs. Er sah hundertmal schlimmer aus, als ich mich fühlte, trotzdem musterte er mich mit bangem Blick.
»Bella, es tut mir so leid!«
„Ich denke, er könnte Interesse entwickeln“ Emmett lachte. „Kannst du noch mehr Rivalen ertragen?“
„Halt den Mund.“, knurrte Edward.
»Mir geht's gut, Tyler - aber was ist mit dir, du siehst schrecklich aus!« Während wir sprachen, wickelte eine Schwester die schmutzigen Binden ab und legte unzählige oberflächliche Schnittwunden auf seiner Stirn und seiner linken Wange frei.
Er ignorierte die Frage. »Ich dachte, ich bringe dich um! Ich war zu schnell und kam falsch auf das Eis ...«Er zuckte zusammen, als eine Schwester ihm das Gesicht abzutupfen begann.
»Mach dir um mich keine Sorgen; wie du siehst, hast du mich verfehlt.«
»Wie bist du so schnell ausgewichen? Du warst direkt vor mir, und dann warst du auf einmal weg ... «
„Verdammt, das wird sie noch starrsinniger machen.“, seufzte Edward.
»Ahm ... Edward hat mich beiseitegezogen.«
Er war verdutzt. »Wer?«
„Haha, er weiß nicht mal wer du bist.“, lachte Emmett.
»Edward Cullen - er stand neben mir.« Ich war schon immer eine erbärmliche Lügnerin gewesen; es klang nicht mal annähernd überzeugend.
»Cullen? Den hab ich gar nicht gesehen ... Wow, ich nehm an, das ging einfach alles zu schnell. Geht's ihm gut?«
„Und da ist die Antwort, die ein Mensch jetzt geben sollte.“, sagte Edward.
„Redest du von dir oder von Bella?“ Alice kicherte.
»Ich glaub schon. Er muss hier irgendwo sein.«
Ich wusste, dass ich nicht verrückt war. Was war passiert? Es gab keine Erklärung für das, was ich gesehen hatte.
Dann rollten sie mich in meinem Bett davon, um meinen Kopf zu röntgen. Ich sagte ihnen, dass mir nichts fehlt, und ich behielt Recht. Nicht einmal eine Gehirnerschütterung.
„Das hilft ihr auch nicht.“, seufzte Edward.
Ich wollte wissen, ob ich gehen durfte, aber die Schwester meinte, ich müsste erst mit dem Doktor reden. Ich hing also in der Notaufhahme fest und wartete, während Tyler sich pausenlos entschuldigte und versprach, es wiedergutzumachen. Ich konnte noch so oft beteuern, dass es mir gutging, er hörte nicht auf, sich Vorwürfe zu machen. Irgendwann schloss ich die Augen und ignorierte ihn. Er murmelte weiter reumütig vor sich hin.
»Schläft sie?«, fragte eine musikalische Stimme. Schlagartig öffnete ich meine Augen.
Am Fußende meines Bettes stand Edward und grinste. Ich schaute ihn wütend an, was gar nicht so einfach war - ihn anzuschmachten, hätte eher meinem Gefühl entsprochen.
»Hey, Edward, tut mir wirklich leid -«, setzte Tyler an.
Edward hob eine Hand, um ihn zu unterbrechen.
»Nichts passiert«, sagte er und ließ seine strahlenden Zähne aufblitzen.
„Warte, hat sie nicht gesagt, dass Tyler geblutet hat?“, Emmett sah geschockt aus.
„Richtig.“, antwortete Edward.
„Und du beherrscht dich. Sehr gut, Edward.“ Carlisle nickte. „Obwohl, das beweisst, dass sie deine la tua cantante ist. Ihr Geruch muss stärker sein, als sein Blutgeruch.“
Dann setzte er sich, mir zugewandt, auf den Rand von Tylers Bett und grinste erneut.
»Also, wie lautet der Richterspruch?«, fragte er mich.
»Mir fehlt nicht das Geringste, aber sie lassen mich nicht gehen«, klagte ich. »Wieso bist du nicht an eine Bahre geschnallt wie alle anderen Beteiligten?«
»Alles eine Frage von Beziehungen«, antwortete er. »Aber keine Sorge, ich bin gekommen, um dich hier raus zuholen.«
Dann kam ein Arzt um die Ecke gebogen, und mir blieb der Mund offen stehen:
„Ich denke, jetzt ist mein erster Auftritt.“ Carlisle kicherte über die Reaktion des Mädchens.
Er war jung, er war blond ... und schöner als jeder Filmstar, den ich kannte. Er war allerdings auch blass, sah übernächtigt aus und hatte Augenringe. Charlies Beschreibung nach konnte es nur Edwards Vater sein.
»Also, Miss Swan«, sagte Dr. Cullen mit einer bemerkenswert angenehmen Stimme, »wie fühlen Sie sich?«
»Mir geht's gut«, sagte ich und hoffte, dass ich diese Frage nicht noch einmal beantworten musste.
„Das bezweifle ich.“, kicherte Emmett.
Er ging zum Röntgenschirm am Kopfende meines Bettes und schaltete ihn an.
»Die Aufnahmen sehen gut aus«, sagte er. »Tut Ihr Kopf weh? Edward sagt, Sie seien ziemlich hart aufgeschlagen.«
„Ja, sie hatte definitiv einen Schutzengel.“, sagte Carlisle.
„Ich wünschte sie hätte eine leichte Kopfverletzung gehabt..“, seufzte Edward.
»Meinem Kopf geht's auch gut«, wiederholte ich seufzend und warf Edward einen bösen Blick zu.
„Der böse Edward hat sie an den Onkel Doktor verpetzt.“ Emmett kicherte.
Dr. Cullens kühle Finger glitten prüfend über meinen Schädel. Er merkte, dass ich zusammenzuckte.
»Empfindlich?«, fragte er.
»Nicht sehr.« Da hatte ich schon Schlimmeres erlebt.
„Warum überrascht mich das nicht?“ Edward lachte mit Emmett.
Ich hörte ein unterdrücktes Lachen, schaute hinüber und sah Edwards gönnerhaftes Lächeln. Meine Augen verengten sich.
»Gut. Ihr Vater wartet draußen, Sie können jetzt mit ihm nach Hause fahren. Aber kommen Sie wieder her, wenn Ihnen schwindlig wird oder wenn Sie irgendwelche Probleme beim Sehen bekommen.« Ich stellte mir Charlie beim Versuch vor, mich zu umsorgen.
»Kann ich nicht wieder in die Schule?«, fragte ich.
„Zur Schule gehen ist besser?“, fragte Emmett ungläubig.
»Vielleicht sollten Sie es für heute ruhig angehen lassen.«
Ich warf einen Blick auf Edward. »Darf er in die Schule?«
»Irgendjemand muss schließlich die Nachricht überbringen, dass wir überlebt haben«, sagte Edward süffisant.
»Um ehrlich zu sein«, korrigierte Dr. Cullen, »sieht es so aus, als säße der größte Teil der Schule im Wartezimmer.«
„Genau das, was sie hören will.“, lachte Emmett.
„Sie nutzen die Chance, dem Unterricht zu entfliehen.“, sagte Edward.
»Auch das noch«, stöhnte ich und verbarg mein Gesicht in den Händen.
Dr. Cullen zog seine Augenbrauen nach oben. »Möchten Sie lieber noch bleiben?«
»Nein, nein!«, beteuerte ich, schwang meine Beine über die Bettkante und sprang schwungvoll zu Boden. Zu schwungvoll ich schwankte, und Dr. Cullen musste mich auffangen. Er sah besorgt aus.
»Mir geht's gut«, versicherte ich ihm ein weiteres Mal. Er musste ja nicht unbedingt wissen, dass meine Balanceprobleme nichts mit meinem Kopf zu tun hatten.
Darüber lachen alle.
»Nehmen Sie ein paar Tylenol gegen die Schmerzen«, empfahl er mir, während er mich stützte.
»So schlimm ist es nicht«, beharrte ich.
»Es scheint, als hätten Sie großes Glück gehabt«, sagte Dr. Cullen. Lächelnd setzte er eine schwungvolle Unterschrift auf meine Krankenakte.
„Gutes und Schlechtes zusammen.“, sagte Carlisle leise. „Interessante Verbindung.“
»Ich hatte Glück, dass er zufällig neben mir stand«, sagte ich und blickte Edward scharf an.
»Oh - ja, stimmt«, sagte Dr. Cullen, der auf einmal sehr beschäftigt mit seinen Unterlagen war.
Dann wandte er sich ab und ging zu Tylers Bett. Eine plötzliche Intuition sagte mir, dass er Bescheid wusste.
„Ich nehme an, das war unüberlegt von mir.“, sagte Carlisle.
»Sie dagegen werden noch ein wenig bei uns bleiben müssen, fürchte ich«, sagte er zu Tyler und begann mit der Untersuchung seiner Schnittwunden.
Als Dr. Cullen uns den Rücken zugewandt hatte, ging ich zu Edward.
»Kann ich kurz mit dir sprechen?«, zischte ich leise. Er trat einen Schritt zurück und presste seine Kiefer aufeinander.
„Sie war zu nah an mir.“, sagte Edward und schloss die Augen.
»Dein Vater wartet auf dich«, sagte er mit zusammengebissenen Zähnen.
Ich warf einen Blick auf Dr. Cullen und Tyler.
»Ich möchte unter vier Augen mit dir sprechen, wenn du nichts dagegen hast«, sagte ich hartnäckig.
Er schaute mich wütend an, dann machte er kehrt und entfernte sich mit schnellen Schritten; ich musste fast rennen, um ihm zu folgen. Sobald wir in einen kurzen Gang eingebogen waren, drehte er sich zu mir herum.
»Was willst du?«, fragte er genervt. Sein Blick war kalt.
„Edward.“, sagte Esme. „Hör auf so unhöflich zu sein..“
„Ich denke, ich will sie einfach nur vor mir in Sicherheit bringen.“, sagte Edward. „Es ist besser für sie, wenn sie mich nicht leiden kann.“
Seine Unfreundlichkeit schüchterte mich so sehr ein, dass meine Worte weniger scharf klangen, als ich es beabsichtigt hatte. »Du bist mir eine Erklärung schuldig«, erinnerte ich ihn.
»Ich hab dir das Leben gerettet - ich bin dir gar nichts schuldig.«
Seine Gereiztheit ließ mich zurückzucken. »Du hast es versprochen.«
»Bella, du hast dir den Kopf gestoßen, du weißt nicht, was du redest«, sagte er mit schneidender Stimme.
Zorn packte mich und ich funkelte ihn trotzig an. »Mit meinem Kopf ist alles okay.«
Er hielt meinem Blick stand. »Was willst du von mir, Bella?«
»Ich will die Wahrheit wissen«, sagte ich. »Ich will wissen, warum ich für dich lüge.«
„Auf diese gute Frage, werde ich Niemals eine Antwort haben.“, seufzte Edward.
»Was ist denn deiner Meinung nach passiert?«, fauchte er.
Und dann sprudelte es aus mir heraus.
»Ich weiß nur, dass du nicht in meiner Nähe warst - und Tyler hat dich auch nicht gesehen, also erzähl mir gefälligst nicht, dass mein Kopf was abbekommen hat. Der Van hätte uns beide getötet - hat er aber nicht, und dann hatte er plötzlich Dellen, wo deine Hände waren - und das andere Auto auch, aber du bist überhaupt nicht verletzt - und der Van hätte eigentlich meine Beine zerquetschen müssen, aber du hast ihn hochgehalten ...« Als ich merkte, wie verrückt das klang, konnte ich nicht weiterreden. Ich war so wütend, dass mir Tränen in die Augen stiegen; ich biss die Zähne zusammen, um sie zurückzuhalten.
Er schaute mich ungläubig an, doch sein Gesicht war angespannt, eine Maske der Abwehr.
„Das ist.. Bist du geschockt?“, fragte Jasper.
„Das ist möglich..“, sagte Edward in einem Ton, der den anderen zeigt, dass er eine Idee hatte.
„Warum bist du überhaupt geschockt?“, sagte Emmett. „Bella denkt seid dem Unfall an nichts anderes.“
„Ich weiß..“, sagte Edward. „Ich werde das Gefühl nicht los, dass ich ihre Gedanken nicht lesen kann.“
Eine Sekunde lang herrschte Stille. „Was?“, fragte Emmett ungläubig.
„Aber du hört jeden.“, sagte Jasper. „Wie kommst du darauf?“
„Es ist die Art und Weise, wie ich auf sie reagiere.“, sagte Edward. „Ich sollte viel mehr wissen, aber ich werde immer überrascht.“
„Und da war diese Stelle, wo sie sich ein offenes Buch nannte, du aber sagtest, sie wäre schwer zu lesen.“, sagte Carlisle. Es sah aus, als würde er Edward zustimmen.
„Ich denke an die Stelle, wo sie sagte, du wärst ein guter Leser.“, sagte Alice. „Du sagtest „meistens“, ein weiterer Punkt.“
„Stellt euch das nur vor, es gibt Jemanden, dessen Gedanken Edward nicht lesen kann.“, lachte Emmett.
„Das ist nicht witzig. Es zeigt, dass diese Situation nicht real sein muss.“, sagte Rosalie kritisch.
„Ich denke, dass es wahr ist, aber es wäre schon sehr ironisch, dass Edward sich in das Mädchen verliebt, dessen Gedanken er nicht lesen kann.“, sagte Emmett und versuchte nicht zu lachen. Er scheiterte.
„Niemand verliebt sich hier.“, knurrte Edward.
'Komm schon Edward. Selbst du musst bemerken, wie du dich diesem Mädchen gegenüber verhälst. Und auch während wir lesen, sagst du eindeutige Dinge.', dachte Alice.
»Du bist also der Meinung, ich hätte einen Van angehoben?« Seinem Tonfall nach zu urteilen zweifelte er an meiner geistigen Gesundheit, doch das steigerte nur meinen Argwohn. Es klang wie ein auswendig gelernter Drehbuchsatz aus dem Mund eines talentierten Schauspielers.
Ich nickte nur, die Zähne zusammengebissen.
»Das wird dir niemand glauben, das ist dir klar, oder?« In seiner Stimme schwang jetzt Spott mit.
„Sie darf es nicht erfahren.“, sagte Rosalie.
„Sie ist zu starrsinnig, um so einfach aufzugeben.“ Edward seufzte.
»Ich hab nicht vor, es irgend jemandem zu sagen.« Ich sprach langsam und deutlich, bemüht, meine Wut im Zaum zu halten.
Ein Ausdruck der Verwunderung glitt über sein Gesicht.
„So überraschend ist das nicht.“ Edward lächelte. „Es passt zu ihrem Charakter.“
'Das ist das, was ich eben gemeint habe.', dachte Alice und strahlte ihren Bruder an.
»Warum ist es dann so wichtig?«
»Es ist mir wichtig«, beharrte ich. »Ich lüge nicht gerne, und wenn ich es tue, will ich einen guten Grund dafür haben.«
»Kannst du mir nicht einfach danken und die Sache vergessen?«
„Hättest du etwas wie 'um meine Familie und mich zu schützen' gesagt, hättest du größere Chancen gehabt.“, sagte Alice.
„Das wäre nur noch auffälliger.“, sagte Edward.
»Danke.« Ich wartete, innerlich schäumend vor Wut.
»Du lässt nicht locker, oder?«
»Nein.«
»Dann hoffe ich, dass du mit Enttäuschungen umgehen kannst.«
„Das gefällt mir nicht.“, sagte Jasper. „Irgendwas sagt mir, dass sie nicht lange enttäuscht sein wird.“
„Du denkst, dass sie es herausfindet?“, fragte Edward besorgt.
„Ach komm schon, Edward.“, sagte Jasper. „Sie ist klug, nimmt viel wahr, hat dich dabei beobachtet, wie du seltsame Dinge vollbracht hast und ist zu stur um aufzugeben. Früher oder später wird sie es herausfinden.“
„Du bist ein Idiot.“, sagte Rosalie, nachdem alle ein paar Sekunden geschwiegen hatten.
Wir funkelten uns böse an. Und dann war ich es, die das Schweigen brach. Ich musste mich zusammenreißen - es war schwer, seinem zornigen, herrlichen Gesicht zu widerstehen. Ebenso gut hätte ich mich auf ein Blickduell mit einem Racheengel einlassen können.
»Warum hast du dir überhaupt die Mühe gemacht?«, fragte ich mit frostiger Stimme.
„Das frage ich mich auch.“, sagte Rosalie kalt.
„Sie ist es Wert.“, schnappte Edward.
Er zögerte, und einen kurzen Moment lang sah sein Gesicht überraschend verletzlich aus.
»Ich weiß es nicht«, flüsterte er.
„Typisch Mann.“, sagte Alice.
„Genau.“, sagte Emmett. „Du lieeeeeebst sie.“
„Oh, ich hoffe, dass ihr recht habt.“, sagte Esme liebevoll.
Dann drehte er sich um und ging davon.
Ich war so wütend, dass es ein paar Minuten dauerte, bevor ich in der Lage war, mich zu bewegen. Dann ging ich langsam auf die Tür am Ende des Ganges zu.
Was mich dahinter erwartete, war noch unerfreulicher als befürchtet. Scheinbar war jeder gekommen, den ich in Forks kannte, und alle starrten mich an. Charlie stürzte auf mich zu; abwehrend hob ich meine Hände.
»Alles okay mit mir«, versicherte ich ihm mürrisch. Ich war immer noch gereizt und alles andere als in Plauderstimmung.
»Was hat der Doktor gesagt?«
»Dr. Cullen hat mich untersucht und gesagt, dass mir nichts fehlt und dass ich nach Hause gehen kann,« Ich seufzte. Mike, Jessica, Eric - alle waren da und kamen langsam näher. »Lass uns fahren«, drängte ich.
Charlie hielt seine Hand schützend hinter meinen Rücken, ohne mich zu berühren, und führte mich durch die Glastüren nach draußen. Ich winkte meinen Freunden verlegen zu, in der Hoffnung, dass sie sich keine Sorgen mehr um mich machten. Es war eine enorme Erleichterung, in den Streifenwagen zu steigen - das war mir vorher auch noch nicht passiert.
Wir fuhren schweigend. Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich Charlie neben mir kaum wahrnahm. Edwards abwehrendes Verhalten im Gang hatte meine Gewissheit nur bestärkt, dass die bizarren Dinge, die ich gesehen hatte und an die ich selber kaum glauben konnte, wirklich passiert waren.
„Sie kommen wohl doch nicht so gut miteinander aus.“, sagte Edward.
Charlie bekam seinen Mund nicht auf, bis wir zu Hause waren.
»Ahm ... vielleicht solltest du Renee anrufen.« Schuldbewusst ließ er den Kopf hängen.
Ich war entsetzt. »Du hast es Mom gesagt?!«
»Tut mir leid.«
„Natürlich hat er ihrer Mutter bescheid gesagt. Sie hat das Recht es zu erfahren.“, sagte Esme.
Beim Aussteigen schlug ich die Tür des Streifenwagens etwas heftiger als notwendig zu.
Mom war, wie nicht anders zu erwarten, vollkommen aufgelöst. Ich musste ihr bestimmt dreißig Mal beteuern, dass es mir gutging, bevor sie sich halbwegs beruhigte. Dann flehte sie mich an, nach Hause zu kommen - als würde dort mehr auf mich warten als eine leere Wohnung. Ich war überrascht, wie leicht es mir fiel, ihren Bitten zu widerstehen. Edwards Geheimnis hatte mich in seinen Bann gezogen. Und er selber auch, mehr als nur ein bisschen. Dumm, dumm, dumm - genau das war es. Ich war bei weitem nicht mehr so erpicht darauf, Forks zu verlassen, wie ich es sein sollte - wie es jeder normale, vernünftige Mensch wäre.
„Sie hat es wirklich schlecht.“, sagte Emmett. „Du solltest mit ihr zusammenziehen.“ Er ließ sich von nichts die gute Laune verderben.
Genervt von Charlies sorgenvollen Blicken, entschloss ich mich, zeitig schlafen zu gehen. Ich holte mir drei Tylenol aus dem Badezimmer. Sie halfen tatsächlich, und als der Schmerz langsam nachließ, schlief ich ein.
In dieser Nacht träumte ich zum ersten Mal von Edward Cullen.
„Oh, ich frage mich, was sie träumt.“, sagte Alice gespannt.
„Das ist das Ende das Kapitels.“, sagte Emmett enttäuscht. Auch er wollte den Traum hören.
„Ich denke ich werde das nächste Kapitel lesen, wenn das okay für euch ist.“, sagte Esme.
„Sicher.“ Emmett reichte Esme das Buch..
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Hallo
ReplyDeletewieder ein tolles Kapitel Emmett hatte seinen Spaß was man ihm nicht vorwerfen kann.
Lg. Alice