Inhalt

Diese Story ist nur eine genehmigte Übersetzung.

Jemand hat der Familie Cullen eine geheimnisvolle Box hinterlassen, in der sich vier Bücher befinden. Twilight, New Moon, Eclipse und Breaking Dawn. Sie beginnen diese Bücher zu lesen und erkennen schnell, dass es sich dabei um ihre eigene Zukunft handelt.

Friday, January 8, 2010

Fünftes Kapitel - Ein gefragtes Mädchen

„Ein gefragtes Mädchen“, las Esme

In meinem Traum war es sehr dunkel,

„Juhu, wir werden ihrem Traum hören!“, jubelte Emmett.

und das wenige, trübe Licht schien von Edwards Haut abzustrahlen. Sein Gesicht konnte ich nicht sehen, nur seinen Rücken; er ging weg von mir und ließ mich in der Dunkelheit zurück. So schnell ich auch rannte, ich konnte ihn nicht erreichen; so laut ich auch rief, er drehte sich nicht um.

„Och.. sie will nicht, dass du sie ignorierst.“, lachte Alice.

„Ich werde es aber tun müssen. Oder ich gehe wieder.“, sagte Edward.

Mitten in der Nacht wachte ich auf, erfüllt von Verzweiflung, und konnte lange - es fühlte sich an wie Stunden - nicht mehr einschlafen. Von da an tauchte er fast jede Nacht in meinen Träumen auf, aber immer in der Distanz, nie in greifbarer Nähe.

Der Monat nach dem Unfall war geprägt von Unbehagen und Anspannung, doch zunächst vor allem von Peinlichkeit.

Zu meiner Bestürzung fand ich mich für den Rest der Woche im Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit wieder. Tyler Crowley war unmöglich: Er folgte mir auf Schritt und Tritt und wollte unbedingt irgendwie Buße tun. Ich versuchte ihn davon zu überzeugen, dass ich mir wünschte, er würde die Sache einfach vergessen, vor allem, da mir überhaupt nichts passiert war. Doch er blieb hartnäckig:

„Ein weiterer Konkurrent.“, kicherte Emmett.

In den Pausen wich er nicht von meiner Seite und mittags saß er jetzt auch an unserem mittlerweile überfüllten Tisch. Mike und Eric verhielten sich ihm gegenüber noch feindseliger als untereinander, was mich befürchten ließ, einen unerwünschten Bewunderer mehr zu haben.

Niemand schien sich für Edward zu interessieren, obwohl ich nicht müde wurde zu erklären, dass er der Held war - dass er mich vor dem Van weggezogen hatte und dabei selber fast zerquetscht worden wäre. Ich bemühte mich, überzeugend zu klingen. Aber Jessica, Mike, Eric und alle anderen sagten nur immer wieder, dass sie ihn nicht einmal gesehen hatten, bevor der Van beiseitegeschoben wurde.

„Sie schützt mich, obwohl ich nichts für sie getan habe.“, sagte Edward überrascht.

„Du hast ihr Leben gerettet.“, sagte Esme.

„Ich habe sie mehr damit gefährdet, in ihrer Nähe zu sein.“, seufzte Edward.

Ich fragte mich, warum niemand sonst aufgefallen war, wie weit weg er von mir gestanden hatte, bevor er plötzlich und auf unerklärliche Weise mein Leben rettete.

„Weil Menschen uns dabei normalerweise nicht bemerken.“, sagte Jasper. „Oder es ihrem Verstand zuschreiben.“

Zu meinem Verdruss wurde mir klar, dass es nur daran liegen konnte, dass ihm niemand außer mir so viel Aufmerksamkeit schenkte. Keiner beachtete ihn auf dieselbe Weise wie ich. Wie armselig.

Edward war nie von neugierigen Leuten umringt, die aus erster Hand erfahren wollten, was geschehen war. Man ging ihm wie üblich aus dem Weg. Die Cullens und die Haies saßen am selben Tisch wie immer, aßen nichts und sprachen mit niemandem. Keiner von ihnen schaute mehr in meine Richtung, vor allem nicht Edward.

Wenn wir im Unterricht nebeneinandersaßen, rückte er so weit wie möglich von mir weg und schien meine Anwesenheit gar nicht zu bemerken.

„Keine Chance.“, sagte Edward.

„Ich wette du benutzt dein Talent um über andere jede Bewegung die sie macht zu erfahren.“ Alice kicherte.

„Keine Chance.“, wiederholte Edward, obwohl Alice ihm ansah, dass er nicht so sehr davon überzeugt war, wie er tat.

Nur hin und wieder, wenn seine Hände sich plötzlich zu Fäusten ballten und seine über den Knöcheln gespannte Haut sich noch weißer färbte, als sie ohnehin schon war, fragte ich mich, ob er wirklich so abwesend war, wie es den Anschein hatte.

Er bereute es, mich aus dem Weg gezogen zu haben, als Tylers Van auf mich zukam - eine andere Erklärung fiel mir nicht ein.

„Nein, mein Edward würde sowas nie denken.“, sagte Esme bestimmt.

„Er hätte sie niemals schützen dürfen.“, sagte Rosalie und funkelte Edward an.

„Selbst wenn er denken würde, dass es besser gewesen wäre sie nicht zu retten, hätte er es dennoch getan.“, sagte Esme.

„Selbst, wenn er nicht in sie verliebt wäre.“, sagte Alice.

„Halt die Klappe.“, knurrte Edward und Esme las lächelnd weiter.

Ich hätte sehr gern mit ihm geredet, und am Tag nach dem Unfall versuchte ich es auch. Als ich ihn das letzte Mal gesehen hatte, im Gang vor der Notaufnahme, waren wir beide so wütend gewesen. Außerdem war ich immer noch sauer, dass er mir nicht die Wahrheit sagte, obwohl ich meinen Teil der Vereinbarung zu hundert Prozent einhielt. Doch andererseits hatte er mein Leben gerettet, egal wie. Und über Nacht hatte sich mein Zorn in ehrfürchtige Dankbarkeit verwandelt.

Er saß bereits an seinem Platz, als ich den Bioraum betrat, den Blick starr nach vorne gerichtet. Ich setzte mich und wartete darauf, dass er sich mir zuwendete, doch er ließ nicht erkennen, ob er meine Ankunft überhaupt bemerkt hatte.

»Hallo, Edward«, sagte ich freundlich und betont unbeschwert, um ihm zu zeigen, dass ich mich benehmen würde.

Er drehte seinen Kopf kaum wahrnehmbar in meine Richtung, ohne dabei meinen Blick zu erwidern; dann nickte er einmal und wandte sich wieder ab.

„Ich verstehe dich ja.“, sagte Esme. „Aber ich wünschte, du würdest nicht so kalt zu ihr sein.“

Seitdem hatte ich es nicht noch einmal versucht, obwohl er jeden Tag neben mir saß, weniger als einen halben Meter entfernt. Manchmal, wenn ich mich nicht beherrschen konnte, beobachtete ich ihn, doch immer nur von fern, in der Cafeteria oder auf dem Parkplatz. Ich sah, wie seine goldenen Augen von Tag zu Tag merklich dunkler wurden.

„Argh, sie merkt zu viel.“, seufzte Jasper.

„Lass sie doch, Jazz.“, sagte Emmett.

„Es liegt nicht in meiner Natur, Em. Nicht, wenn es Jemanden von uns, jemanden der mir wichtig ist, gefährdet.“, sagte Jasper.

Doch während des Unterrichts beachtete ich ihn ebenso wenig wie er mich. Ich fühlte mich elend. Und die Träume hielten an.

Meinen schamlosen Lügen zum Trotz merkte Renee meinen E-Mails an, dass ich niedergeschlagen war,

„Natürlich. Mütter wissen so etwas immer.“, sagte Esme stolz und sah jedes ihrer Kinder an, bevor sie weiterlas.

und rief einige Male besorgt an. Ich versuchte sie davon zu überzeugen, dass es lediglich am Wetter lag.

Wenigstens einen gab es, der froh über die offensichtlich eisige Stimmung zwischen mir und meinem Banknachbarn war: Mike. Er hatte wohl zunächst befürchtet, dass Edwards mutige Rettungsaktion mich schwer beeindrucken würde, und war nun augenscheinlich erleichtert, dass sie den umgekehrten Effekt zu haben schien. Jeden Tag saß er wie selbstverständlich vor Beginn der Biostunde auf meiner Tischkante, um sich mit mir zu unterhalten, und ignorierte dabei Edward ebenso konsequent wie dieser uns.

„Ich denke du wirst ihn mögen..“ Alice stockte. „Ich denke du wirst Mike tolerieren.“

„Was interessiert es mich, wenn er das Mädchen mag?“, sagte Edward.

„Das werden wir sehen..“ Alice lächelte wissend.

Nach jenem gefährlich glatten Tag war der Schnee endgültigeschmolzen. Mike war enttäuscht, dass aus seiner großen Schneeballschlacht nichts geworden war, zugleich aber freute er sich, dass dafür der Strandausflug bald stattfinden konnte. Zunächst jedoch regnete es unvermindert stark weiter, und die Wochen vergingen.

Am ersten Dienstag im März rief mich Jessica an, um mir vom Frühjahrsball zu erzählen, der zwei Wochen später stattfinden sollte. Sie wollte Mike auffordern, mit ihr zu gehen - es war Damenwahl -, und fragte mich um Erlaubnis.

„Ein Ball.“, lachte Emmett und alle ausser Edward sahen ihn verwirrt an. Edward kicherte. „Stellt euch nur Bella beim tanzen vor.“, ergänzte Emmett.

»Und es macht dir nichts aus? ... Ganz sicher? ... Du wolltest ihn wirklich nicht fragen?«, hakte sie immer wieder nach, als ich ihr sagte, dass ich nicht das Geringste dagegen hatte.

»Nein, Jess, ich gehe überhaupt nicht hin«, versicherte ich ihr. Tanzen gehörte ganz klar nicht zu meinem Repertoire.

„Ich weiß.. zu schade, dass sie nicht hingeht.“ Emmett seufzte und lachte gleichzeitig.

»Aber das wird bestimmt super.« Jessicas Versuch, mich umzustimmen, war halbherzig. Ich hatte den Eindruck, dass ihr meine unerklärliche Beliebtheit weniger ausmachte, wenn ich nicht in der Nähe war.

„Das mag stimmen.“, sagte Edward kopfschüttelnd.

»Du und Mike, ihr habt bestimmt einen tollen Abend«, redete ich ihr zu.

Zu meiner Überraschung war sie am nächsten Tag in Mathe und Spanisch ungewohnt still.

„Mike hat ihr eine Absage erteilt, weil er hofft, dass Bella ihn fragt.“ Emmett schüttelte den Kopf. „Er wird wohl lange darauf warten müssen.. selbst wenn sie Tanzen mögen würde. Sie ist süchtig nach Edward.“

In den Pausen lief sie schweigend neben mir her, und ich hatte Angst, sie nach dem Grund zu fragen. Falls Mike ihr einen Korb gegeben hatte, dann war ich sicher die Letzte, mit der sie darüber reden wollte.

Meine Befürchtung verstärkte sich in der Mittagspause, als sie in größtmöglicher Entfernung von Mike saß und sich angeregt mit Eric unterhielt, während Mike seinerseits ungewohnt schweigsam war. Er schwieg auch, als wir gemeinsam zu Bio gingen; sein gequälter Gesichtsausdruck war ein weiteres schlechtes Zeichen. Erst als ich auf meinem Platz saß und er vor mir auf dem Tisch, kam er auf das Thema zu sprechen. Wie stets spürte ich mit jeder Nervenfaser Edwards Präsenz - er war nah genug, dass ich ihn hätte berühren können, und zugleich so weit entfernt, als existierte er allein in meiner Vorstellung.

»Was ich dir sagen wollte«, begann Mike mit gesenktem Blick - »Jessica hat mich gefragt, ob ich mit ihr zum Frühjahrsball gehe.«

»Echt? Toll!«, antwortete ich so heiter und enthusiastisch, wie ich konnte. »Ihr habt bestimmt einen super Abend zusammen.«

"Abgelehnt," Emmett lachte.

"Emmett, es ist nicht gerade leicht jemanden auszufragen,"kritisierte Esme. "Du solltest ihn nicht auslachen."

»Na ja, die Sache ist ...« Er wand sich, als er mein erfreutes Lächeln sah - es war offensichtlich, dass er auf eine andere Reaktion gehofft hatte.

»Ich hab ihr gesagt, ich weiß noch nicht.«

»Warum das denn?«, fragte ich mit unüberhörbarer Missbilligung, obwohl ich natürlich erleichtert war, dass er ihr noch nicht ganz abgesagt hatte.

"Dummkopf, wickelt das nächst beste Mädel ein im Falle seine erste Wahl will ihn nicht," sagte Edward und schüttelte seinen Kopf.

"Deine Toleranz schwindet," Alice grinste und Edward runzelte seine Stirn.

Er wurde knallrot und sah wieder zu Boden. Meine Entschlossenheit wurde von Mitleid aufgeweicht.

»Ich war mir nicht sicher ... also, ob du nicht vielleicht vorhattest, mich zu fragen.«

Einen Moment lang hielt ich inne - ich hasste es, mich schuldig zu fühlen! Dann sah ich aus den Augenwinkeln, wie sich Edwards Kopf reflexartig in meine Richtung neigte.

"Oow, das hat also dein Interesse gefesselt," stichelte Emmett und Alice kicherte.

»Mike, ich finde, du solltest ihr zusagen.«

»Hast du schon jemand anderen gefragt?« Ob Edward bemerkte, dass Mike ihm einen schnellen Blick zuwarf?

»Nein«, versicherte ich ihm. »Ich gehe überhaupt nicht zum Ball.«

»Warum denn nicht?«, wollte Mike wissen.

Ich hatte keine Lust, auf die Sicherheitsrisiken einzugehen, die Tanzen für mich mit sich brachte, also dachte ich mir schnell etwas anderes aus.

»Das ist der Samstag, an dem ich nach Seattle fahre«, erklärte ich.


"Das wird als Lüge anerkannt," sagte Alice.

"Ich denke nicht, dass es gelogen ist," sagte Edward lächelnd. "Ich denke, dass sie gerade dabei ist zu planen dort die Woche hinzugehen."

Ich musste hier sowieso mal raus - und plötzlich hatte ich den perfekten Zeitpunkt dafür gefunden.

»Kannst du das nicht auf ein anderes Wochenende verschieben?«

»Nein, tut mir leid«, sagte ich. »Und du solltest Jess auch nicht länger warten lassen - das ist unhöflich.«

»Ja, du hast Recht«, murmelte er, wandte sich ab und ging niedergeschlagen zu seinem Platz. Ich schloss die Augen, presste meine Finger gegen die Schläfen und versuchte die Schuldgefühle und das Mitleid zu vertreiben. Mr. Banner begann den Unterricht. Seufzend öffnete ich die Augen.

Und sah, dass Edward mich anschaute. Seine schwarzen Augen waren voller Neugier, und dieser nervöse Ausdruck von Frustration war ausgeprägter als je zuvor.

"Ich denke, dass du eifersüchtig bist," Emmett lachte.

"Und frustriert, dass du sie nicht hören kannst," fügte Jasper in einem provozierenden Ton hinzu.

"Auf Teufel komm raus die Gründe herausfinden, warum sie sich dich zurückgewiesen hat," fügte Alice hinzu.

"Haltet den Mund," knurrte Edward seinen Geschwistern entgegen.

Ich erwiderte seinen Blick und erwartete, dass er sofort wegschauen würde. Doch stattdessen sah er mir weiter forschend in die Augen, mit einer Intensität, die es mir unmöglich machte, den Blick abzuwenden.

Meine Hände begannen zu zittern.

»Mr. Cullen?«, rief ihn Mr. Banner auf; ich hatte nicht einmal die Frage mitbekommen.

»Der Krebs-Zyklus«, antwortete Edward. Widerwillig wandte er seinen Blick Mr. Banner zu.

Als seine Augen mich freigaben, schaute ich in mein Buch und versuchte mich wieder zu fangen.

Feige, wie ich war, ließ ich meine Haare über meine rechte Schulter fallen, um mein Gesicht zu verbergen. Es war nicht zu fassen, wie die Gefühle in mir tobten, und alles bloß, weil er mich nach Wochen zum ersten Mal wieder anschaute. Ich durfte nicht zulassen, dass er eine solche Macht über mich hatte. Es war erbärmlich. Schlimmer als erbärmlich - es war ungesund.

Ich tat mein Bestes, ihn für den Rest der Stunde zu vergessen oder - da das unmöglich war - zumindest so zu tun, als hätte ich ihn vergessen.

"Das ist wahrscheinlich noch unmöglich dazu," sagte Emmett.

Als es endlich klingelte, drehte ich ihm den Rücken zu, um meine Sachen einzupacken. Ich rechnete damit, dass er wie üblich sofort verschwinden würde.

»Bella?« Der Klang seiner Stimme war mir so vertraut, als würde ich ihn schon mein ganzes Leben lang kennen und nicht erst seit einigen Wochen.

"Sie hat es echt schlimm getroffen mit dir," lachte Emmett.

Langsam und widerstrebend drehte ich mich um. Ich wollte nicht fühlen, was ich zweifellos fühlen würde, wenn ich in sein allzu perfektes Gesicht schaute. Meine Miene war wachsam, seine undurchdringlich. Er sagte nichts.

Als ich schließlich das Schweigen brach, konnte ich nicht verhindern, dass es bockig klang: »Was ist? Sprichst du wieder mit mir?«

"Gut, lass ihn nicht wissen, wie sehr du dich seinetwegen sorgst," sagte Alice.

Er unterdrückte das Lächeln, das um seine Lippen zuckte. »Nein, eigentlich nicht«, gab er zu.

Ich schloss meine Augen und atmete langsam durch die Nase ein. Ich merkte, dass ich meine Zähne zusammenbiss. Er wartete.

»Was willst du dann, Edward?«, fragte ich mit geschlossenen Augen - das machte es einfacher, mich in seiner Gegenwart klar auszudrücken.

»Es tut mir leid.« Er klang aufrichtig. »Ich weiß, dass ich mich sehr unhöflich verhalte. Aber es ist besser so, wirklich.«

Ich öffnete meine Augen. Sein Gesicht war sehr ernst.

»Ich hab nicht die geringste Ahnung, wovon du sprichst«, sagte ich reserviert.

»Es ist besser, wenn wir nicht befreundet sind«, erklärte er. »Glaub mir.«

Meine Augen verengten sich. Das hatte ich schon mal gehört.

„Schlechte Wortwahl.“, sagte Alice. „So gewinnst du ihr Vertrauen nie.“

„Ich will ihr Vertrauen nicht gewinnen.“, knurrte Edward und starrte das Buch an, als ob er es dazu bringen wollte, es tun zu lassen, was er wollte.

»Nur blöd, dass dir das nicht früher aufgefallen ist«, zischte ich durch meine Zähne. »Dann müsstest du jetzt nicht alles so schrecklich bereuen.«

»Bereuen?« Das Wort und mein Tonfall trafen ihn offenbar aus heiterem Himmel. »Was denn bereuen?«

»Dass du nicht einfach zugesehen hast, wie der blöde Van mich zermatscht.«

Er war verdattert. Ungläubig starrte er mich an.

Als er schließlich antwortete, klang es beinahe wütend. »Du glaubst, ich bereue es, dir das Leben gerettet zu haben?«

»Ich weiß es«, fauchte ich.

»Gar nichts weißt du.« Er war definitiv wütend.

„Wie kann sie sowas überhaupt denken?“ Edward knurrte.

„Naja, du hast ihr Leben gerettet und sie dann einen Monat komplett ignoriert. Du hast sie nicht einmal angesehen.“, sagte Alice. „Ihr Schluss ist nur logisch.“

Abrupt drehte ich mich weg und presste die Lippen zusammen, um zu verhindern, dass ich ihm wilde Anschuldigungen an den Kopf warf. Ich griff mir meine Bücher, stand auf und ging zur Tür.

Doch anstatt wie beabsichtigt dramatisch aus dem Raum zu rauschen, blieb ich mit meiner Stiefelspitze an der Türschwelle hängen und ließ die Bücher fallen.

Typisch. Einen Moment lang stand ich nur da und spielte mit dem Gedanken, sie einfach liegen zu lassen. Dann seufzte ich und bückte mich, um sie aufzuheben, doch Edward war schon zur Stelle und hatte sie bereits aufeinander gestapelt.

Er reichte sie mir mit unbewegter Miene.

„Komm schon Eddy. Du hättest lachen sollen. Das war echt komisch.“, kicherte Emmett.

„Edward weiß es besser, als deshalb über ein Mädchen zu lachen.“, sagte Esme und sah Emmett streng an.

„Ich denke, ich bin immer noch sauer über das, was sie gesagt hat.“, sagte Edward seufzend.

»Danke«, sagte ich frostig.

Seine Augen verengten sich.

»Keine Ursache«, gab er zurück.

Ich richtete mich abrupt auf, wandte mich von ihm ab und stakste zur Turnhalle, ohne mich umzuschauen.

Sport war brutal. Wir waren mittlerweile zu Basketball übergegangen. Die Leute in meiner Mannschaft warfen mir nie den Ball zu, was schon mal gut war, aber ich fiel ständig hin, und manchmal riss ich dabei andere mit um.

Emmett, der beim Gedanken an Bella's Sportunterricht schon lachen musste, grölte los.

Und an dem Tag war es noch schlimmer, weil mir Edward nicht aus dem Kopf ging. Ich versuchte mich auf meine Füße zu konzentrieren, doch er schlich sich immer gerade dann in meine Gedanken, wenn ich am meisten auf meine Balance angewiesen war.

Das Ende der letzten Stunde war wie immer eine Erleichterung. Ich rannte fast zum Transporter, so viele Leute gab es, denen ich nicht begegnen wollte. Er hatte so gut wie nichts abbekommen beim Unfall.

Seine Rücklichter waren ausgewechselt worden, und wenn er vorher ordentlich lackiert gewesen wäre, hätte ich den Lackschaden ausbessern lassen. Tylers Eltern dagegen mussten ihren Van als Ersatzteilspender verkaufen.

Mich traf fast der Schlag, als ich um die Ecke bog und eine große, dunkle Gestalt am Transporter lehnen sah. Dann erkannte ich, dass es nur Eric war. Ich ging weiter.

„Yeah, ich seh es schon kommen. Bella und Eric.“ Emmett lachte. „Hey, sieht so aus, als würde jemand sie nun ausfragen.“

»Hi, Eric«, rief ich.

»Hi, Bella.«

»Was gibt's?«, fragte ich ihn und schloss die Tür auf. Ich hatte nicht auf seinen beklommenen Tonfall geachtet und war deshalb unvorbereitet auf das, was als Nächstes kam.

»Äh, ich wollt dich fragen ... ob du vielleicht Lust hättest, zum Frühjahrsball zu gehen ... mit mir.« Beim letzten Wort versagte seine Stimme.

»Ich dachte, es ist Damenwahl«, sagte ich,

Emmett lachte laut.

zu entgeistert, um diplomatisch zu sein.

»Ja, stimmt«, gab er betreten zu.

Ich riss mich zusammen und gab mir die größte Mühe, mein Lächeln aufrichtig wirken zu lassen. »Danke für deine Einladung, aber ich bin an dem Tag in Seattle.«

»Oh«, sagte er. »Na ja, vielleicht ein andermal.«

„Ich wette, er wusste das bereits.“, sagte Edward. „Er wird es schon von Mike gehört haben.“

»Klar«, erwiderte ich und biss mir sofort auf die Zunge. Ich konnte nur hoffen, dass er das nicht allzu wörtlich nahm.

Er zog ab, zurück in Richtung Schule. Ich hörte ein leises Glucksen.

Edward ging an meinem Transporter vorbei, den Blick nach vorne gerichtet, die Lippen zusammengepresst.

„Edward..“, begann Esme tadelnd, doch sie unterbrach sich als sie merkte, dass Edward dieses Mädchen eigentlich zu mögen schien.

Ich riss die Tür auf, stieg ein und schlug sie krachend zu. Dann ließ ich den Motor aufheulen und parkte rückwärts aus. Edward saß zwei Parklücken weiter bereits in seinem Auto und glitt elegant vor mir in die Spur. Dort blieb er stehen - und wartete auf seine Geschwister;

„Was tust du da?“, fragte Jasper verwirrt.

„Ich kann mir vorstellen, dass es da noch Jemanden gibt, der sie fragen möchte.“ Edward hielt sich den Kopf. „Das ist der einzige Grund, der mir einfällt.“

ich sah die vier in unsere Richtung laufen, doch sie waren erst bei der Cafeteria. Ich spielte mit dem Gedanken, ihm den Kofferraum einzudrücken,

„Tu es!“, feuerte Emmett an.

„Nein.“, sagte Edward, wollte sein Auto schützen.

aber es gab zu viele Zeugen. Ich schaute in den Rückspiegel und sah, dass sich eine Schlange bildete. Direkt hinter mir saß Tyler Crowley in seinem kürzlich angeschafften gebrauchten Nissan Sentra und winkte. Ich war zu aufgebracht, um auf ihn zu reagieren.

Als ich dort saß und wartete und meine Augen auf alles, nur nicht auf den Wagen vor mir richtete, klopfte es auf der Beifahrerseite am Fenster. Ich schaute hinüber; es war Tyler. Verwirrt warf ich einen Blick in den Rückspiegel - sein Motor war an, die Autotür stand offen. Ich lehnte mich hinüber, um das Fenster runterzukurbeln. Es klemmte. Ich schaffte es zur Hälfte, dann gab ich auf.

»Tut mir leid, Tyler, aber ich steck hinter Cullen fest.« Ich war genervt - es war ja wohl klar, dass ich nichts für den Stau konnte.

»Ja, ich weiß - ich wollte dich nur etwas fragen, solange wir hier festsitzen.« Er grinste.

Das war ja wohl alles nicht wahr.

„Ich hab kapiert, warum du dir das ansehen wolltest.“, kicherte Emmett. „Das ist wahre Unterhaltung.“

„Irgendetwas sagt mir, dass Edward sich das wegen etwas anderem ansieht.“, sagte Alice.

„Ich weiß.“, stimmte Emmett zu. „Das bedeutet aber nicht, dass er es nicht unterhaltsam findet.“

»Hast du vor, mich zum Frühjahrsball zu bitten?«, fragte er weiter.

»Ich bin nicht hier, Tyler.« Ich klang ein wenig zu gereizt. Es war schließlich nicht seine Schuld, dass Mike und Eric meine Geduld für den Tag schon aufgebraucht hatten.

»Ja, das hat Mike auch gesagt«, gab er zu.

Emmett lachte los.

„Ich denke nicht, dass sie das lustig findet.“, sagte Alice.

»Aber warum ...?«

Er zuckte mit den Schultern. »Ich hatte gehofft, du wolltest es ihm nur schonend beibringen.«

Okay - es war komplett seine Schuld.

»Tut mir leid, Tyler«, sagte ich und versuchte meinen Ärger zu verbergen. »Aber ich bin wirklich nicht hier an dem Tag.«

»Ist schon okay. Wir haben ja noch den Jahresabschlussball.«

Und bevor ich etwas erwidern konnte, lief er zu seinem Wagen zurück. Ich war vollkommen fassungslos. Als ich nach vorne schaute, glitten Alice, Rosalie, Emmett und Jasper gerade auf ihre Sitze. Im Rückspiegel des Volvos sah ich Edwards Augen er beobachtete mich. Und offensichtlich kriegte er sich kaum ein vor Lachen, so als hätte er jedes Wort von Tyler verstanden.

Emmett lachte lauter.

Es juckte mich im rechten Fuß - ein kleiner Schubser würde niemandem wehtun, nur der silberne Glanzlack würde etwas abbekommen. Ich ließ den Motor aufheulen.

„Tu es.“, sagte Emmett wieder.

Doch sie saßen jetzt alle, und Edward brauste davon. Ich fuhr langsam und vorsichtig nach Hause und schimpfte den ganzen Weg vor mich hin.

Zu Hause beschloss ich, für abends Geflügel-Enchiladas zu machen - das dauerte eine Weile und würde mich beschäftigen. Als ich gerade die Zwiebeln und Chilis anschmorte, klingelte das Telefon. Ich hatte ein bisschen Angst ranzugehen, aber es hätte ja Charlie oder Mom sein können.

Es war Jessica, und sie sprudelte über vor Glück; Mike hatte sie nach der Schule abgefangen, um ihr zu sagen, dass er die Einladung annahm. Ich freute mich kurz mit ihr, während ich weiter in der Pfanne rührte, dann musste sie Schluss machen, um Angela und Lauren die frohe Kunde zu übermitteln.

Ich schlug ganz unschuldig vor, dass die schüchterne Angela aus Bio vielleicht Eric fragen könnte. Und Lauren, die mir gegenüber reserviert war und mich am Mittagstisch immer ignorierte, Tyler; ich hätte gehört, er wäre noch nicht vergeben.

„Genau, stich diese ganzen Typen so schnell du kannst aus.“, sagte Emmett und Rosalie schüttelte den Kopf. Ihr war klar, dass sie sich niemals mit diesem Mädchen verstehen würde.

Jess fand die Idee prima. Und jetzt, da Mike ihr sicher war, klang sie sogar aufrichtig, als sie sagte, dass es schön wäre, wenn ich auch käme. Ich erzählte auch ihr, ich würde nach Seattle fahren.

Nach dem Telefonat konzentrierte ich mich aufs Kochen, besonders auf das Würzen des Hühnchens; ich hatte keine Lust, schon wieder in der Notaufnahme zu landen. Doch mir schwirrte der Kopf, weil ich versuchte jedes Wort zu analysieren, das Edward heute gesagt hatte. Was meinte er damit, dass es besser war, nicht befreundet zu sein?

„Mit einem Vampir befreundet zu sein ist sehr gefährlich.“, sagte Edward.

„Nein, es bedeutet, dass er sich wünscht, dass es mehr wird.“, stichelte Alice.

„Das wäre genauso schlecht für sie.“, knurrte Edward.

Als mir die einzig mögliche Antwort einfiel, wurde mir ganz flau im Magen: Ihm musste aufgefallen sein, wie sehr ich ihn anhimmelte, das war die einzige Erklärung. Und jetzt wollte er nicht mit meinen Gefühlen spielen ... und deshalb konnten wir nicht einmal Freunde sein ... weil er überhaupt nicht an mir interessiert war.

Selbstverständlich war er nicht an mir interessiert, überlegte ich wütend und mit brennenden Augen - eine verspätete Reaktion auf die Zwiebeln. Ich war eben nicht interessant. Er dagegen schon. Interessant... und brillant... und mysteriös ... und perfekt ... und schön ... und möglicherweise in der Lage, Autos mit einer Hand anzuheben.

„Sie kennt dich bereits sehr gut.“, sagte Esme lächelnd.

„Sie sieht sich selbst nicht richtig.“, seufzte Edward.

„Yeah, sie ist sehr interessant.“ Emmett lachte. „In der Lage, Autos mit einer Hand anzuheben..“
Okay, wie er wollte. Ich konnte ihn genauso gut in Ruhe lassen. Ich würde ihn in Ruhe lassen. Ich würde meine selbstauferlegte Strafe in der Vorhölle von Forks absitzen und dann würde mir hoffentlich irgendein College im Südwesten, oder vielleicht auf Hawaii, ein Stipendium anbieten. Ich dachte an sonnige Strände und Palmen, füllte die Enchiladas und schob sie in den Ofen.

Charlie schnupperte misstrauisch, als er nach Hause kam. Ich konnte es ihm nicht verdenken - das nächste genießbare mexikanische Essen gab es, von hier aus gesehen, wahrscheinlich in Südkalifornien. Aber als echter Cop, wenn auch nur KleinstadtCop, war er mutig genug, es zu probieren. Und es schien ihm zu schmecken. Es machte Spaß zu sehen, wie er langsam begann, meinen Kochkünsten zu trauen.

»Dad?«, fragte ich, als er fast fertig war.

»Ja, Bella?«

»Ahm, ich wollte nur sagen, dass ich mir überlegt hab, nächste Woche Samstag nach Seattle zu fahren ... wenn das okay ist.« Ich wollte nicht um Erlaubnis bitten - so etwas sollte gar nicht erst einreißen -, aber es kam mir auch grob vor, ihn einfach nur zu informieren, deshalb der Schlenker am Ende.

»Wozu?« Es klang, als wäre es unvorstellbar, dass man in Forks irgendetwas vermissen könnte.

»Ich wollte ein paar Bücher kaufen - die Bibliothek hier hat echt nicht viel Auswahl - und vielleicht nach ein paar Klamotten gucken.« Da ich, dank Charlie, kein Auto kaufen musste, hatte ich mehr Geld zur Verfügung, als ich es gewohnt war. Obwohl der Transporter einiges an Sprit verschlang. Charlie hatte denselben Gedanken.

»Der Transporter hat vermutlich keinen besonders sparsamen Verbrauch«, sagte er.

„Vielleicht kann er auch Gedanken lesen?“, kicherte Emmett.

„Nee, es ist offensichtlich, dass der Truck nicht besonders sparsam ist.“, sagte Edward.

»Ich weiß, wahrscheinlich muss ich in Montessano und Olympia Halt machen, vielleicht sogar in Tacoma.«

»Willst du ganz allein fahren?«, fragte er. Mir war nicht klar, worüber er besorgt war: einen heimlichen Freund oder bloß die Unfallgefahr.

„Wahrscheinlich wegen beidem.“, sagte Esme.

»Ja.«

»Seattle ist groß - du könntest dich verfahren«, gab er zu bedenken.

»Dad, Phoenix ist fünfmal so groß wie Seattle - und ich weiß, wie man Karten liest, keine Sorge.«
»Willst du, dass ich mitkomme?«

„Das ist nett von ihm.“, sagte Esme.

„Bist du bescheuert? Bella will ihn auf keinen Fall dabei haben.“, sagte Alice.

Ich versuchte mein Erschrecken zu verbergen.

»Ich weiß nicht, Dad, ich werde wahrscheinlich den ganzen Tag in Umkleidekabinen verbringen - ziemlich langweilig.«

»Oh, okay.« Der Gedanke, wie viel Zeit auch immer in Modegeschäften zubringen zu müssen, schreckte ihn sofort ab.

Emmett lachte und Jasper verzog das Gesicht.

»Danke.« Ich lächelte ihn an.

»Bist du denn dann rechtzeitig zum Ball wieder hier?«

Grrr. Nur in einer Kleinstadt wie dieser waren Väter über Schulbälle im Bilde.

„Jep, kein Entkommen.“, lachte Emmett.

»Nein. Tanzen ist nichts für mich, Dad.« Er müsste das eigentlich verstehen - meine Koordinationsprobleme hatte ich schließlich nicht von Mom.

Er verstand es tatsächlich. »Ach ja, stimmt«, sagte er.

Als ich am nächsten Morgen auf den Parkplatz fuhr, suchte ich mir ganz bewusst einen Platz in größtmöglicher Entfernung vom silbernen Volvo. Ich musste der Versuchung ja nicht unbedingt in die Arme laufen - am Ende schuldete ich ihm noch ein neues Auto.

„Keine sorge. Ich besorge ihm ein anderes Auto, dass du ebenfalls zerschmettern kannst.“, kicherte Emmett.

„Was hast du gegen meinen Volvo?“ Edward funkelte Emmett an.

„Eigentlich nichts, aber die Vorstellung, dass sie ihn zertrümmert, reizt mich.“, erklärte er schulterzuckend.

Beim Aussteigen rutschte mir mein Schlüssel aus der Hand und fiel in eine Pfütze. Ich bückte mich, doch bevor ich nach ihm greifen konnte, kam mir von irgendwoher eine weiße Hand zuvor.

„Ich denke, du hasst es satt, dich von ihr fernzuhalten.“, lächelte Alice.

Mit einem Satz schoss ich hoch. Edward Cullen stand direkt neben mir, lässig an meinen Transporter gelehnt.

»Wie machst du das?«, fragte ich erstaunt und verärgert zugleich.

»Wie mache ich was?« Während er sprach, hielt er mir meinen Schlüssel hin. Als ich danach griff, ließ er ihn in meine Hand fallen.

»Einfach so aus heiterem Himmel auftauchen.«

»Bella, was kann ich dafür, dass du ein außergewöhnlich unaufmerksamer Mensch bist?« Seine Stimme war so ruhig wie gewohnt - samtweich und gedämpft.

„Edward..“, sagte Esme leise.

„Ich glaube nicht, dass ich jemals jemanden kennengelernt habe, der derart observiert.“, sagte Jasper.

„Ich weiß.“, sagte Edward. „Ich auch nicht.“

Missmutig schaute ich in sein perfektes Gesicht. Seine Augen waren heute wieder heller; sie hatten einen satten Farbton wie aus Gold und Honig. Ich musste meinen Blick abwenden, dann erst konnte ich meine wirren Gedanken neu ordnen.

»Was sollte der Stau gestern?«, fragte ich vorwurfsvoll, ohne ihn anzusehen. »Ich dachte, du wolltest so tun, als würde ich nicht existieren, nicht mich bis aufs Blut reizen.«

»Das war nur Tyler zuliebe. Ich musste ihm seine Chance lassen. « Er kicherte.

„Du bist so ein Trottel.“, sagte Alice.

»Du ...« Ich suchte nach Worten, fand aber keines, das schlimm genug war. Doch je wütender ich wurde, desto mehr schien er sich zu amüsieren.

»Außerdem tue ich nicht so, als würdest du nicht existieren«, fuhr er fort.

»Das heißt, du willst mich tatsächlich bis aufs Blut reizen? Wenn ich schon Tylers Van überlebt hab?«

„Ach, das wird dich wieder wütend machen.“, seufzte Alice. „Auch wenn du erkennen wirst, dass du sie magst.“

Seine Gesichtszüge verdüsterten sich: Wütend blitzten seine gelbbraunen Augen und seine Lippen formten eine harte Linie.

»Bella, was du sagst, ist komplett absurd«, erwiderte er kühl und mit leiser Stimme.

Meine Handflächen kribbelten, so stark war das Bedürfnis, auf irgendetwas einzuschlagen. Ich war überrascht von mir normalerweise war ich nicht gewalttätig.


„Ja, Edward bringt das in Jedem zum Vorschein.“, sagte Rosalie.

„Ich würde sie nicht gewalttätig nennen.“, sagte Edward und ignorierte Rosalie.

Ich drehte mich um und ging davon.

»Warte«, rief er. Ich stapfte weiter wütend durch den Regen. Doch er war neben mir und hielt ohne Probleme Schritt.

»Es tut mir leid, das war nicht nett«, sagte er im Gehen. Ich ignorierte ihn. »Nicht, dass es nicht wahr wäre«, fuhr er fort, »aber es war trotzdem nicht nett, es zu sagen.«

»Warum lässt du mich nicht einfach in Frieden?«, giftete ich.

„Oh, das meint sie nicht so.“, sagte Emmett.

»Ich wollte dich was fragen, aber du hast mich vom Thema abgebracht«, feixte er. Offensichtlich hatte er seine gute Laune wiedergefunden.

»Sag mal, hast du vielleicht eine gespaltene Persönlichkeit?«, fragte ich bissig.

„Damit mag sie recht haben.“ Carlisle lächelte seinen Sohn an.

„Jep, da hat sie recht.“, sagte Emmett. „Und wir hass- tolerieren das.“

»Jetzt fängst du schon wieder an.«

Ich seufzte. »Na schön. Was willst du wissen?«

»Ich hab mich gefragt, ob du nächste Woche Samstag - du weißt schon, am Tag des Frühjahrsballs -«

„Du fragst sie wegen dem Tanz..?“, fragte Emmett zerstreut.

„Warum bist du so geschockt. Er mag sie doch anscheinend.“, sagte Jasper.

„Ich mag sie wirklich, oder?“ Edward seufzte.

„Aber ich zweifle, dass du sie fragen wirst.“, sagte Alice. „Dazu bist du zu.. eigen.“

Ich blieb abrupt stehen und drehte mich zu ihm um. »Soll das vielleicht witzig sein?«, fiel ich ihm ins Wort. Als ich zu ihm hochblickte und den Ausdruck in seinem Gesicht sah, schoss mir die Zornesröte ins Gesicht.

In seinen Augen funkelte unverschämte Heiterkeit. »Würdest du mich bitte ausreden lassen?«

Ich biss mir auf die Lippe und verschränkte meine Arme, damit ich nichts Unüberlegtes tun konnte.

»Ich hab mitbekommen, dass du den Tag in Seattle verbringst, und wollte dich fragen, ob du mitfahren willst?«

„Oh nein.. ich darf nicht mit ihr allein sein.“, stöhnte Edward.

„Ruhig Edward. Ich bin mir sicher, dass du ein Gentleman sein wirst.“, sagte Esme.

„Aber..“, protestierte Edward.

„Ich bin mir sicher, dass du sie nicht beißen wirst.“, versuchte Alice in aufzuziehen, doch das Thema war zu ernst. „Beruhige dich.“

Damit hatte ich nicht gerechnet.

»Was?« Mir war nicht klar, worauf er hinauswollte.

»Willst du mit nach Seattle fahren?«

»Mit wem denn?«, fragte ich verdutzt.

»Mit mir, wem sonst?« Er sprach so langsam und deutlich, als hätte er es mit einer geistig Behinderten zu tun.

„Nein, alle würden so wie sie reagieren.“, sagte Emmett.

Ich war immer noch verdattert. »Warum?«

»Ich hatte sowieso vor, in den nächsten Wochen nach Seattle zu fahren, und ich bin mir ehrlich gesagt nicht sicher, ob dein Transporter die Strecke schafft.«

„Nein, eher, 'Ich sterbe, wenn ich nicht bei dir bin. Also lass mich dich töten.'“, immitierte Alice Edward's Stimme perfekt.

»Mein Transporter läuft prima, danke der Nachfrage.« Ich lief weiter, doch ich war so überrascht, dass ein Teil meines Zorns verraucht war.

»Aber schafft er die Strecke auch mit einer Tankfüllung?« Er lief immer noch neben mir her.

»Ich weiß nicht, was dich das angeht.« Blöder, eingebildeter Volvo-Fahrer.

„Ich frage mich, was sie sagen würde, wenn sie wüsste, dass der Volvo nur dein Schul-Auto ist.“ Emmett kicherte.

»Die Verschwendung begrenzter Ressourcen geht jeden etwas an.«

»Ganz ehrlich, Edward« - ich genoss es, seinen Namen auszusprechen, und ich hasste mich dafür -, »ich kapier's nicht. Ich dachte, du willst nicht mit mir befreundet sein.«

»Ich hab gesagt, es wäre besser, wenn wir nicht befreundet wären, nicht, dass ich es nicht will.«

»Ach so, vielen Dank - gut, dass wir das geklärt haben«, motzte ich. Heftiger Sarkasmus.

„Du verwirrst sie. Kein wunder, dass sie dich nicht versteht.“, sagte Esme.

Mittlerweile standen wir unter dem Dach der Cafeteria, so dass es leichter war, ihn anzuschauen - nicht, dass es deswegen auch leichter war, meine Gedanken zu ordnen.

»Es wäre ... besonnener von dir, nicht mit mir befreundet zu sein«, erklärte er. »Aber ich bin es leid, mich von dir fernzuhalten, Bella.«

Während dieses letzten Satzes strahlten seine Augen mit einzigartiger Kraft, und der Klang seiner Stimme war ein einziger, knisternder Lockruf. Ich vergaß zu atmen.

»Fährst du mit mir nach Seattle?«, fragte er mit unverminderter Intensität.

Ich hatte meine Sprache noch nicht wiedergefunden, also nickte ich nur.

Er lächelte kurz, dann wurde sein Gesicht ernst.

»Du solltest dich wirklich von mir fernhalten«, warnte er. »Wir sehen uns in Bio.«

„Überhaupt nicht verwirrend.“ Alice schüttelte den Kopf.

Er machte kehrt und ging in die Richtung, aus der wir gekommen waren.

„Das ist das Ende des Kapitels.“, sagte Esme.

„Sieht so aus, als wäre ich ihr verfallen.“,sagte Edward.

„Ich kann es kaum erwarten, bis sie wirklich kommt.“, sagte Esme aufgeregt.

„Mom, ich denke..“ Edward sah befangen aus. „Das wäre nicht gut..“

„Ruhig, Edward.“, sagte Esme. „Sich zu verlieben ist immer gut. Und du verdienst es.“

„Oh.“, sagte Alice. „Ich habe eine Idee. Eine Sekunde – lest nichts ohne mich.“ Sie rannte aus dem Haus, Richtung Forks.

„Ich würde gerne das Nächste lesen.“, hörte sie Jasper sagen. Er wollte sichergehen, dass Niemand las, während sie weg war...

1 comment:

  1. Hallo
    auch ein tolles Kapitel bitte schreib doch weiter bitte.
    Lg. Alice

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